Ärzte Zeitung online, 06.09.2018

Palliativversorgung

Jenseits von Normalität

Ein Kommentar von Christian Beneker

gp

Schreiben Sie dem Autor gp@springer.com

Der Umgang mit Tod und Sterben sollte zur Normalität werden. So formulierte der Göttinger Palliativmediziner Professor Friedemann Nauck auf dem Bremer Palliativkongress das übergreifende Ziel der Palliativmedizin – und zugleich auch vieler anderer Disziplinen, die an der Versorgung Sterbender beteiligt sind, vom Arzt über die Pflegenden bis hin zu Seelsorgern und Angehörigen.

Ihnen schreibt Nauck ins Stammbuch, bei schwerkranken Patienten den Kampfgeist aufzugeben, der Tod und Sterben nicht anerkennen, sondern blind aufschieben will. Zum Beispiel dann, wenn ein Arzt noch eine Chemotherapie empfiehlt, obwohl das Lebensende des Patienten unausweichlich erkennbar ist.

Hausärzte dürften am besten wissen, welches zusätzliche Leiden ein Zuviel an ärztlicher Versorgung bedeuten kann, wenn die Normalität des Todes nicht anerkannt wird.

Allerdings sind und bleiben der Tod und die Monate davor für die Sterbenskranken die größte Herausforderung ihres Lebens – weit entfernt von irgendeiner Normalität.

Und sie alle schaffen am Schluss den einen Schritt. Deshalb geht es für alle, dieMenschen in der Schlussphase ihres Lebens versorgen, neben der Normalität im Umgang mit dem Tod vor allem um eines: um Respekt vor dem Sterbenden und seinem Tod.

Lesen Sie dazu auch:
Versorgungslücken: Palliativversorgung noch nicht gut genug

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Deutsche ernähren sich schlecht

Tödliche Infarkte und Schlaganfälle durch schlechte Ernährung: Deutschland nimmt hier unter den Ländern mit westlichem Lebensstil einen traurigen Spitzenplatz ein. mehr »

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

„Opioide niemals als Add-on-Therapie!“

Für die Dauertherapie bei mittleren bis starken Schmerzen gibt es keine verträglicheren Analgetika als retardierte Opioide, betont Schmerzmediziner Norbert Schürmann. Daneben kritisiert der Schmerzexperte die Fixiertheit auf Morphin. mehr »