Ärzte Zeitung online, 28.12.2011
 

Neues SAPV-Angebot in Bremen-Nord

BREMEN (cben). Nach Jahren der Verhandlungen zwischen den Bremer Krankenkassen und den Leistungserbringern soll die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) jetzt auch in Bremen Nord angeboten werden.

Zum Jahresanfang starten SAPV-Angebote auch für Betroffene in Bremen Nord

Ambulante Hilfe am Krankenbett: In Bremen startet eine neue SAPV.

© Klaus Rose

Ab 1. Januar wird der ambulante Palliativdienst (ABP) die Sterbenden im Norden des Landes Bremen zuhause versorgen. Das Palliativnetz Bremen-Nord, in dem sich auch viele Hausärzte engagieren, hatte dagegen bei den Verhandlungen das Nachsehen.

Der APB - eine Einrichtung des Klinikums Links der Weser (LdW) und der Zentrale für private Fürsorge - versorgt schon seit 2009 Patienten im südlichen Teil Bremens mit der SAPV. Pro Jahr betreuen hier Ärzte und Pflegende rund 150 Patienten im Schnitt je 22 Tage lang.

Drei Viertel der Patienten brauchen eine Vollversorgung, hieß es. Das Team zählt 3400 Behandlungstage im Jahr, teilt die AOK Bremen/Bremerhaven mit, die die Verhandlungen führte.

Der ABP ist Vertragspartner aller Krankenkassen im Land Bremen und hat für Bremen Nord mit dem Hospiz- und Palliativdienst Bremen sowie mit Apotheken, Sanitätshäusern, aber auch mit Haus- und Fachärzten Kooperationsvereinbarungen geschlossen.

Zweites Team bei Bedarf geplant

Die am Vertrag teilnehmenden Ärzte müssen eine anerkannte Zusatzausbildung Palliativmedizin nachweisen, die Behandlung von mindestens 75 Palliativpatienten und drei Jahre Tätigkeit auf einer Palliativstation, so die AOK.

Die Fachpflegerinnen müssen eine Palliative-Care-Weiterbildung absolviert haben und mindestens sechs Monate in einem Hospiz oder auf einer Palliativstation gearbeitet haben, um in den Vertrag einsteigen zu können.

Das Palliativnetz Bremen Nord, das unter anderem aus Hausärzten, Pflegediensten, Therapeuten und Palliativstationen in Bremen Nord besteht, konnte sich in den Verhandlungen mit der AOK dagegen nicht durchsetzen.

Die Verhandlungen sind gescheitert, sagt Olaf Woggan von der AOK Bremen/Bremerhaven. Der Verhandlungs-Vorteil des Netzes hatte vor allem in der Nähe zu den Patienten gelegen. Im langgestreckten Bremen ist der Weg für den ABP in den Stadtnorden weit.

Die AOK widerspricht dem Entfernungsargument. Die drei Ärzte und zwölf Pflegenden des ABP seien ohnehin in relativer Nähe zum Norden im Einsatz, erklärt Jörn Hons, Sprecher der Kasse.

Und bei Bedarf solle im kommenden Jahr im Norden der Stadt ein zweites Team eingesetzt werden. Zünglein an der Waage dürfte allerdings der Preis gewesen sein. Das Palliativnetz habe zu hohe Honorare gefordert, so die AOK.

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