Ärzte Zeitung, 29.08.2012

Kommentar zur SAPV

Patienten können nicht warten

Von Johanna Dielmann-von Berg

Es sind Meilensteine, die zugleich den Erfolg und das Leid der Palliativmediziner und damit ihrer Patienten belegen. Jahre verstrichen, bis 2009 die Palliativmedizin endlich Pflicht für jeden Medizinstudenten wurde. Jahre verstrichen, bis es Palliativmedizinern wohl bald erlaubt sein wird, Patienten im Notfall kurzfristig Betäubungsmittel zu überlassen. Jahre werden verstreichen, bis es für jeden schwerkranken Patienten möglich ist, zu Hause zu sterben.

Denn die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) entwickelt sich immer noch schleppend. Von Dezember 2010 bis Juli 2012 ist die Zahl der Verträge nur um zwölf gestiegen.

Die Umfrage der "Ärzte Zeitung" bei Kassen und KVen zeigt aber auch: Die SAPV entwickelt sich gut, wenn Kassen und KVen zusammenarbeiten. In Nordrhein etwa berät die KV interessierte Ärzte und Pflegekräfte bei der Gründung eines Palliative Care Teams, obwohl das nicht ihre Aufgabe ist.

Mit Erfolg: Hier gibt es fast eine flächendeckende Struktur. Nach fünf Jahren Anlaufphase wird es langsam Zeit, dass die Akteure vor Ort in der SAPV Fahrt aufnehmen. Denn eines ist sicher: Die Patienten haben keine Zeit zu warten!

Lesen Sie dazu auch:
SAPV: Ein deutscher Flickenteppich
Reportage: Begleiterin in den letzten Stunden

Topics
Schlagworte
SAPV (44)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Morphin bei Herzinfarkt – unverzichtbar aber umstritten

Morphin bei Herzinfarkt-Patienten: Die Sicherheit des Schmerzmittels hat sich in einer aktuellen Studie bewährt. Zweifel über ein mögliches Risiko bleiben aber vorerst. mehr »

Zu viele Hausbesuche = Regress!

Zwei hessische Landärzte wurden in Regress genommen, weil sie deutlich mehr Hausbesuche als ihre Kollegen absolviert haben. Über 50.000 Euro sollen sie zurückzahlen. Die Ärzte verstehen die Welt nicht mehr - und wehren sich. mehr »

Tot oder nicht tot – das ist hier die Frage

Särge mit Ausgängen und Glöckchen um die Arme: Schon seit Jahrhunderten ziehen Wissenschaftler die Eindeutigkeit des Todes in Zweifel. Eine neue Ausstellung in Berlin zeigt Exponate, die dem Scheintod ein Schnippchen schlagen sollten. mehr »