Ärzte Zeitung, 19.06.2013

Transitionsmedizin

Nach dem Pädiater hakt die Versorgung

An der Nahtstelle zwischen Pädiatrie und Erwachsenenmedizin klafft eine Versorgungslücke.

BERLIN. Die Barmer GEK startet zum 1. Juli einen Versorgungsvertrag nach 73b SGB V mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Darin sollen Leistungen am Übergang von der Kinder- zur Erwachsenenmedizin extra vergütet werden.

Dazu gehörten die Beratung von Jugendlichen und Eltern sowie Übergabegespräche zwischen den Pädiatern und den Nachbehandlern.

Etwa 120.000 Kinder litten an schweren chronischen Erkrankungen, sagte Barmer GEK-Vize Dr. Rolf-Ulrich Schlenker beim Medizinkongress der Krankenkasse am Dienstag in Berlin. Regelhafte strukturierte Übergabeprozesse von Pädiatern an die Erwachsenenmediziner seien aber die Ausnahme.

Die mangelnde Koordination löse Unterversorgung aus. Zudem werde das Thema in der Aus- und Weiterbildung von Ärzten vernachlässigt, sagte Schlenker. Die Folgen seien Therapieabbrüche, Falschbehandlungen und mangelhafte Medikation.

50 bis 75 Prozent der rund 20.000 Kinder mit juveniler rheumatischer Arthritis in Deutschland gingen mit der Krankheit ins Erwachsenenalter, sagte Professor Angela Zink von der Charité.

Sie litten an Wachstumsstörungen und vor allem an Gelenk- und Organschäden. Ihre soziale Teilhabe sei eingeschränkt. Nach der in der Regel guten Versorgung im Kindesalter folgten Defizite.

Es fehlten rund 700 internistische Rheumatologen, sagte Zink. Lange Wartezeiten seien die Folge, was sich direkt auf den Therapieerfolg auswirken könne. Frühe Behandlung und neue Therapieoptionen, unter anderen mit Biologika, hätten die Prognose verbessert, so Zink. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »