Ärzte Zeitung App, 19.08.2014

Prognose

Bis 2030 13,4 Prozent mehr Fälle

DÜSSELDORF. Trotz rückläufiger Bevölkerung wird die Zahl der Krankenhausfälle bis 2030 um 13,4 Prozent auf 22 Millionen steigen. Das geht aus einer Prognose des Beratungsunternehmens Deloitte hervor.

In seinem Health Care Indikator 2014 rechnet Deloitte mit einer besonders dynamischen Entwicklung in der Neurologie, Augenheilkunde, Orthopädie, Urologie und Inneren Medizin.

Während heute bei einer Soll-Auslastung von 85 Prozent im Durchschnitt eine Bettenüberkapazität von 5,5 Prozent bestehe, sei ab 2025, in einigen Bundesländern auch schon früher, mit einer Unterversorgung zu rechnen. Bundesweit müsse bis 2030 eine zusätzliche Versorgungskapazität von 3,7 Prozent geschaffen werden.

Regional verteilt sich das Fallzahl-Wachstum sehr unterschiedlich: An der Spitze liegen Bayern und Baden-Württemberg mit 18,4 und 17,8 Prozent Zuwachs, am unteren Ende die östlichen Länder mit Ausnahme Brandenburgs. (HL)

[20.08.2014, 13:24:47]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
DELOITTE dilettiert?

Das international operierende Wirtschafts-Beratungsunternehmens DELOITTE dilettiert hier in ziemlich stümperhafter Art und Weise auf den Gebieten der Gesundheits- und Krankheits-Systemanalytik bzw. Versorgungsforschung.

Als Beispiel für die besondere „volkswirtschaftliche“ Erfahrung und Kompetenz sei übrigens darauf hingewiesen, dass DELOITTE das e n t s c h e i d e n d e Beratungsunternehmen war, das die Banken- und Wirtschaftskrise bis zum drohenden Staatsbankrott in Island begleitet haben soll.

Die Kernaussage von DELOITTE sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: Dieses Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen will uns allen Ernstes mit seinem "Health Care Indikator" vorrechnen, dass von 2014 bis 2030, also in 16 Jahren, 13,4 Prozent mehr Krankenhaus-"Fälle" zu erwarten sind? Selbst o h n e Blick in die Glaskugel der Zukunft bedeutet dies in BWL- und VWL-Klartext nur einen jährlichen Anstieg um 0,8375 Prozent.

Was soll daran so Besonderes sein, dass eine DELOITTE-Prognose empirisch evaluiert werden musste?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »