Ärzte Zeitung, 14.11.2014

Agnes Zwei

Arbeit nicht nur in unterversorgten Gebieten

In Brandenburg soll Agnes landesweit zeigen , was sie mit ihrem Arbeitseinsatz bewirken kann.

POTSDAM. Die brandenburgische Landesregierung will die Fallmanagerin Agnes Zwei auch außerhalb von unterversorgten Gebieten im Einsatz sehen. Das haben SPD und Linke auf Landesebene im Koalitionsvertrag vereinbart. Diese Absichtserklärung begrüßt die Arbeitsgemeinschaft "Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg" (IGiB), die in diesen Tagen ihr fünfjähriges Bestehen begeht.

"Um den Herausforderungen in der medizinischen Versorgung in Brandenburg wirklich gerecht zu werden, bedurfte es einer Agnes Zwei, die eben nicht den strengen Grenzen und Einschränkungen ihrer Vorgängerin unterliegt", so Frank Michalak, der als Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost zu den Gründungspartnern der IGiB zählt.

Der Vorsitzende der KV Brandenburg, Dr. Hans-Joachim Helming, weist darauf hin, dass Agnes Zwei eine Erfolgsgeschichte der ersten Arbeitsgemeinschaft einer KV und einer Krankenkasse bundesweit sei.

"Gerade weil die Agnes Zwei sich als hochqualifizierte Fallmanagerin ganzheitlich um oftmals multimorbide Patienten kümmert und unsere Ärzte zusätzlich durch klassisch-delegierbare Aufgaben entlastet, wird sie in den Praxen so gut angenommen", so Helming. Inzwischen sind 90 dieser Fachkräfte ausgebildet.

Der IGiB beigetreten ist die Barmer GEK Berlin-Brandenburg. Für Landesgeschäftsführerin Claudia Korf ist Agnes Zwei auch auf Bundesebene ein Vorzeigeprojekt: "Wenn Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ankündigt, dass er mit dem Innovationsfonds neue Wege in der Versorgung einer älter werdenden Gesellschaft fördern will, dann kommt er an der IGiB und der Agnes Zwei nicht vorbei", so Korf.

Die IGiB-Partner wünschen sich perspektivisch eine bundesweite Umsetzung des Konzepts. Mit der Betonung auf dem Fallmanagement und den breiten Einsatzmöglichkeiten, etwa in Praxisnetzen und Facharztzentren, geht Agnes Zwei über die meisten anderen Konzepte zur Arztentlastung hinaus. (ami)

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