Ärzte Zeitung, 09.07.2015
 

Bremen

Mehr Studenten psychisch erkrankt

Ein TK-Report zeigt: Jeder fünfte Student der Hansestadt erhielt 2013 eine psychische Diagnose.

BREMEN. Bremer Studierende sind zwar gesünder als ihre Altersgenossen in der Stadt, die einer Erwerbsarbeit nachgehen.

Aber die psychischen Erkrankungen nehmen bei ihnen zu. "Insgesamt erhielten 22,1 Prozent der Bremer Studierenden, also mehr als jeder Fünfte, 2013 eine psychische Diagnose", so das Ergebnis des aktuell veröffentlichten Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) in Bremen.

Zwischen 2006 und 2014 hatten sich die Einnahmen von Medikamenten bei den Bremer Studierenden um 95 Prozent von 42,5 Tagesdosen im Jahr 2006 auf 82,7 Tagesdosen im letzten Jahr fast verdoppelt, so die TK an der Weser.

"Die Verordnungsrate von Antidepressiva erklärt den wesentlichen Teil des Anstiegs der Tagesdosen. Bei den Studenten erhöhte sich der Anteil der Antidepressiva-Verordnungen von 2006 bis 2013 um 48 Prozent", hieß es.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der TK ergab, dass jeder zweite befragte Studierende in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern durch Stress erschöpft sei.

38 Prozent leiden unter Schlafstörung und 24 Prozent unter Konzentrationsschwierigkeiten. Belastungsfaktoren sind Angst vor der Prüfung, schlechte Noten und finanzielle Sorgen, so die TK. 

"Die Umfrage ergab auch, dass jeder Zweite der Bremer Studenten schon einmal professionelle Hilfe in Anspruch nehmen musste, da sie den Stress nicht selbst bewältigen konnten", erklärt Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung in Bremen. "Es ist beunruhigend, dass der Druck bei so vielen Studenten ein Ausmaß annimmt, dass sie ihn nicht allein bewältigen können."

Drei von zehn Studentinnen in Deutschland wird mindestens einmal im Jahr eine psychische Diagnose gestellt, bei den männlichen Studierenden sind "lediglich" 15 Prozent betroffen. Auch diese Zahlen werden im Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse genannt. (cben)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »