Ärzte Zeitung, 12.09.2016

Vernetzung

Kliniken in NRW unter Zugzwang

Gesundheitsministerin Barbara Steffens sieht die Zukunft moderner Versorgungsstrukturen in einer besseren Vernetzung der Kliniken.

KÖLN. Angesichts ihrer hohen Zahl stehen die Krankenhäuser im Ruhrgebiet unter besonderem Veränderungsdruck. Die Kliniken sollten das als Chance begreifen und zu Vorreitern für moderne Versorgungsstrukturen werden, findet die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne). Dabei hat sie vor allem Kooperationen und die Digitalisierung im Blick.

Die Kliniken im Ruhrgebiet müssten sich spezialisieren, um die Qualität der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung zu verbessern, sagte Steffens beim Klinikkongress Ruhr. "Dazu brauchen wir Kooperation statt Konkurrenz, sektoren- und professionenübergreifende Strukturen sowie technische Lösungen, die sich an den Nutzerinnen und Nutzern orientieren."

Als zukunftsweisende vernetzte Versorgungsangebote sieht die Ministerin Geriatrieverbünde in der Region, in denen unter anderem Kliniken, niedergelassene Ärzte, Reha- und Pflegeeinrichtungen sowie ambulante Pflegedienste zusammenarbeiten. Auch der Ausbau der elektronischen Kommunikation könne die Versorgung verbessern. Hier sieht sie die Arbeit mit elektronischen Fallakten oder den Westdeutschen Teleradiologieverbund als beispielhaft. Der Verbund hat eine digitale Plattform zum Austausch von Röntgenbildern oder MRT-Aufnahmen aufgebaut.

"Kooperationen und die Digitalisierung können die Effizienz im Gesundheitswesen steigern", betonte Steffens. Das dürfe aber nicht nur wirtschaftlichen Zwecken dienen, sondern müsse auch die im Gesundheitswesen Tätigen entlasten. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Prostatakrebs bei jungen Männern immer früher entdeckt

Im Vergleich zu den 1990er Jahren wird heute das Prostatakarzinom bei Männern unter 50 Jahren bereits in früheren Stadien diagnostiziert. Darauf deuten Studienergebnisse hin. mehr »

Wie man trotz Plätzchen den Kilos trotzt

Ein Lebkuchen hier, ein Dominostein da und dann noch die fette Weihnachtsgans. Britische Forscher geben studiengeprüfte Tipps gegen den üblichen Gewichtszuwachs an den Feiertagen. mehr »

Pfunde weg, Diabetes weg

Starke Gewichtsreduktion ohne Adipositas-Chirurgie: Das britische „Counterweight-Plus“-Programm bietet Patienten eine Option, die auch in Hausarztpraxen funktioniert. mehr »