Ärzte Zeitung online, 04.05.2018

Sachsen-Anhalt

Krebsregister auf dem Weg in die Zukunft

Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit der höchsten Krebs-Sterberate. Der Chef des neuen Landeskrebsregisters hat große Pläne.

Von Petra Zieler

Landeskrebsregister auf dem Weg in die Zukunft

Analog war gestern – im neuen Krebsregister Sachsen-Anhalt soll alles elektronisch funktionieren.

© wragg / Getty Images / iStock

MAGDEBURG. Mit dem Zentralen Krebsregister Sachsen-Anhalt soll künftig Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei Krebs nachhaltig verbessert werden.

"Dazu wollen wir, brauchen wir zunächst aussagekräftige Daten zur onkologischen Versorgungssituation in Sachsen-Anhalt", sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) bei der Eröffnungsveranstaltung "Klinisches Krebsregister".

Jährlich erkranken im Bundesland 16.000 Menschen an Krebs, mehr als 8000 sterben. Mit 365 Todesfällen je 100.000 Einwohner hat das Bundesland deutschlandweit die höchste Krebs-Sterberate.

Bisher seien Informationen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich erfasst worden, sodass ein Datenaustausch kaum möglich war.

Krebs-Statistik für Sachsen-Anhalt

16.000 Menschen erkranken in dem Bundesland jährlich an Krebs.

8000 Menschen pro Jahr sterben daran.

365 Todesfälle je 100.000 Einwohner bedeuten Platz 1 in Deutschland.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber alle Bundesländer verpflichtet, bis 2019 zentrale Datenbanken aufzubauen. Bereits seit Anfang des Jahres werden alle relevanten Daten von Krebspatienten einheitlich erfasst und ausgewertet.

Dabei stehen die Beschäftigten des Registers im ständigen Austausch mit den Ärzten und können beispielsweise Auswertungen der Daten spezifisch zugeschnitten zurückmelden. Das ermöglicht zugleich eine interne Überprüfung der Behandlung in den Häusern.

Die Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH unter dem Dach der Ärztekammer wird von Land und Krankenkassen jährlich mit rund 2,4 Millionen Euro finanziert.

"Mit der GmbH können wir deutlich flexiblere Strukturen gewährleisten, die wir für Transparenz und Offenlegung sowohl positiver als auch negativer Aspekte dringend brauchen", so Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

Sie gab dem Krebsregister mit auf den Weg: "Man kann den Wind nicht ändern. Aber mit den richtig gesetzten Segeln und einer guten Mannschaft ist jedes Ziel zu erreichen."

"Ausgangspunkt für den Weg in die Zukunft"

Und das entspricht durchaus Willen und Ehrgeiz von Geschäftsführer Professor Dr. Edgar Strauch, der die guten Traditionen der bisherigen drei Klinischen Krebsregister des Landes vereinen, gleichzeitig aber Neuland beschreiten soll.

"Das Krebsregister ist unser Ausgangspunkt für den Weg in die Zukunft und ein wichtiger Schritt, um aus Problemen Chancen zu machen."

Unabhängig von der telefonischen Beratung durch die 30 Mitarbeiter des Registers soll die Homepage des Klinischen Krebsregisters nach Strauchs Wunsch zur Wissensquelle rund um Krebs, Registrierung und andere verwandte Themen für Patienten, Fachleute und interessierte Laien ausgebaut werden.

Musterdokumente und Patienteninformationen können eingesehen oder heruntergeladen werden. Der Datenspeicherung kann schriftlich oder auf elektronischem Weg widersprochen werden.

Mehr Informationen unter https://www.kkr-lsa.de.

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