Ärzte Zeitung online, 28.11.2018

Gesundheitsforschung

Regierung rückt Translation in den Mittelpunkt

2,5 Milliarden Euro stehen jährlich für das Rahmenprogramm Gesundheitsforschung bereit.

BERLIN. Die Bundesregierung richtet die Gesundheitsforschung neu aus und setzt einen Fokus auf Grundlagenforschung und auf Translation.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch das Rahmenprogramm Gesundheitsforschung beschlossen, das auf zehn Jahre angelegt ist. Jährlich sollen 2,5 Milliarden Euro in die Gesundheitsforschung fließen, davon stammen zwei Milliarden Euro aus dem Haushalt des Forschungsministeriums. Das Programm startet Anfang 2019.

Forschung, Gesundheitsversorgung und Gesellschaft müssten stärker zusammenarbeiten, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU): „Wesentliche Erkenntnisfortschritte können nur dann erzielt werden, wenn Forschende und Ärzte über die Grenzen von Einrichtungen und Institutionen zusammenarbeiten – und dabei die Patienten einbeziehen.“ Daher sehe das Rahmenprogramm eine stärkere Patientenbeteiligung in Forschungsprojekten vor.

Einen Fokus im Programm legt die Regierung auf Krebsbekämpfung und ruft dazu eine „Nationale Dekade gegen Krebs“ aus. Weitere Schwerpunkte bilden das Zusammenspiel von Lebens- und Technikwissenschaften, die Erforschung psychischer Krankheiten und die Entwicklung neuer Therapien für Kinder.

Den letzten beiden Zielen soll die Gründung von zwei neuen Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) dienen: Ein Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit sowie ein Zentrum für Psychische Gesundheit.

Der Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa) begrüßte, dass das Potenzial der Digitalisierung für Gesundheitsfortschritte betont wird. Für eine Umsetzung sei es wichtig, dass die „Verknüpfung, Verfügbarkeit und Nutzung medizinischer Daten zügig einen klaren und forschungsfreundlichen Rahmen erhält“, sagte vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer.

Der Medizinische Fakultätentag und der Verband der Universitätsklinika begrüßten die Neuausrichtung des Forschungsprogramms. Die patientenorientierte Forschung sei „Kernaufgabe der Universitätsmedizin“. Dass die Regierung vernetzte Studieninfrastrukturen ausbauen wolle, diene diesem Ziel. (fst)

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