Ärzte Zeitung online, 30.12.2008

Bayerns Kardiologen sehen fachärztliche Versorgung in Kliniken wandern

MÜNCHEN (maw). Mit rund 35 Prozent Honorareinbußen rechnen Bayerns niedergelassene Kardiologen, wenn zum 1. Januar die Regelleistungsvolumen greifen. Dr. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK) rechnet mit einer Verlagerung der Leistungserbringung aus der Praxis in die Klinik.

Bayerns Kardiologen sehen fachärztliche Versorgung in Kliniken wandern

Foto: Klaro

Vielerorts bliebe nach einer Mitteilung des BNK künftig nur mehr die Möglichkeit, Wartelisten einzuführen und Patienten für Leistungen, die niedergelassene Fachärzte aus Kostengründen nicht mehr selbst erbringen könnten, an Krankenhäuser zu überweisen.

Die Honorareinbußen von 35 Prozent sei bestätigt durch eine Umfrage, die die BNK-Regionalvertretung in Bayern landesweit unter etwa 80 Kardiologen in mehr als 50 Praxen, Praxisgemeinschaften und medizinischen Versorgungszentren (MVZ) durchgeführt habe.

Der Regionalvorsitzende des BNK in Bayern, Dr. Volkmar Männl, wirft der Politik im Freistaat vor, kein Interesse mehr an einer fachärztlichen Versorgung durch niedergelassene Fachärzte zu haben. Männl: "Es ist erklärtes Ziel der gegenwärtigen Politik, dass wir freiberuflich tätigen Fachärzte über kurz oder lang von der Bildfläche verschwinden sollen. In Bayern können wir im gesamten Fachärztekreis keine Reformgewinner ausmachen, sondern sehen uns geschlossen auf das Abstellgleis geschoben: auf einem Verschiebebahnhof namens Gesundheitsfonds, mit einer Rangierlok namens Regelleistungsvolumen."

Zugleich verspricht Männl, die Kardiologen würden angesichts dieser Honorareinbußen nicht untätig bleiben: "Wir Kardiologen werden dieser Politik den Kampf ansagen. Denn tun wir das nicht, werden gesetzlich versicherte Herzpatienten in Bayern zu den eigentlichen Verlierern dieser Reform. Das ist mit uns nicht zu machen."

[02.01.2009, 09:04:32]
Helmut Karsch 
Fachärzte in die Klinik
Da haben die bayrischen Fachärzte den Nagel auf den Kopf getroffen. Der Hausarztverband und die Kassen und die Politik wollen genau dies. Der Hausarztverband mit seiner Forderung 100€ plus x als Vergütung, die Poltik die grundsätzlich das Primärarztmodell will ohne freie Arztwahl und die Kassen weil es billiger werden soll.Das ganze setzt auf Rationierung.
3000€ ist der durchschnittliche Versicherungsbeitrag eines Versicherten der GKV im Jahr 2007. Darin enthalten sind alle beitragsfreien Mitversicherten.Von diesen durchschnittlchen 3.000€ wurden im Jahr 2007 ca.1600€ für Krankenhaus und Arznei ausgegeben.Verbleiben also noch ca 1.400€ für den Rest. Darin enthalten sind Heilmittel, Krankengeld,Hilfsmittel,Reha, Krankenfahrten,Zahnarzt,Zahnersatz,ambulante ärztlich Versorgung und die Verwaltungskosten der Kassen um nur einige Kostenposten aufzuzählen. Das sind durchschnittlich 116€ im Monat oder 348€ im Quartal. Davon möchten die Hausärzte 100€ plus x und der Verwaltungsanteil der Kasse beläuft sich auf ca 40€ im Quartal. Man braucht die einzelnen Positionen nicht weiter auszuführen, denn es geht nur über die Rationierung. Und da stören natürlich die Fachärzte.  zum Beitrag »

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