Ärzte Zeitung, 03.03.2009
 

Kommentar

KVen im Honorarchaos

Von Hauke Gerlof

Was für ein Chaos! Die Fragen rund ums Honorar sind so kompliziert geworden, dass selbst in den KVen offenbar kaum noch einer durchblickt. Da werden bei der Laborreform Hausärzte, die mit ihren Laborgemeinschaften gebeutelt sind, damit vertröstet, dass ihr Wirtschaftlichkeitsbonus erhöht wird. So sollen die gehobenen Effizienzreserven den Ärzten teilweise wieder zufließen.

Nur drei Monate später wird Ärzten in vielen KVen gesagt, dass die Honorarreform so zu verstehen sei, dass der Wirtschaftlichkeitsbonus ins RLV gehört. Damit hätte die KV die Effizienzgewinne gleich wieder einkassiert, weil die meisten Ärzte ihre RLV ohnehin locker füllen. So wird den Mitgliedern ein Stück Zucker hingehalten, um sie zu beruhigen, und im nächsten Moment gleich wieder weggenommen - in der Hoffnung, dass sie es dann nicht merken.

Der Brief aus der KBV, der eine Unklarheit in der Formulierung in den Bestimmungen erläutert, kam insofern gerade rechtzeitig - wenn er von den KVen denn tatsächlich berücksichtigt wird. Nein, die Zeiten, in denen man sich blind auf die KV als neutrale und kompetente Instanz verlassen konnte, sind endgültig vorbei. Für diesen Verlust wird es keinen Ersatz geben - die Ärzte sind mehr denn je auf sich selbst gestellt.

Lesen Sie dazu auch:
Laborbonus fällt nicht ins RLV

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Wirtschaftlichkeitsbonus bringt KVen in finanzielle Verlegenheit

 

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