Ärzte Zeitung online, 30.09.2009

Zentralstelle kämpft gegen Kriminalität im Gesundheitswesen

FRANKFURT/MAIN (dpa). Die bundesweit erste Zentralstelle gegen Kriminalität im Gesundheitswesen ist bei der hessischen Generalstaatsanwaltschaft eingerichtet worden. Drei Staatsanwälte sollen dort zum 1. Oktober ihre Arbeit aufnehmen, berichtete Behördensprecherin der Hildegard Becker-Toussaint am Mittwoch in Frankfurt.

Unter dem sperrigen Namen "Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen" werden sie hessische Ermittlungsverfahren aus dem gesamten Spektrum der medizinischen Versorgung bearbeiten. Eine wichtige Säule sei dabei die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und den Krankenkassen.

Die Generalstaatsanwaltschaft bearbeitet bereits seit Anfang 2002 Ermittlungsverfahren aus dem Gesundheitswesen. Bislang konnten in Hessen 3159 solcher Ermittlungsverfahren abgeschlossen werden. Dabei wurden illegale Gewinne in Höhe von 7,5 Millionen Euro abgeschöpft. Die Einrichtung der Zentralstelle soll sicherstellen, dass das Gesundheitssystem effektiv vor Vermögensstraftaten und Korruption geschützt werden kann, wie Becker-Toussaint laut Mitteilung sagte. Die Einrichtung soll sich auch um die Aus- und Fortbildung von Polizeibeamten und Mitarbeitern der Krankenkassen kümmern.

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