Ärzte Zeitung, 15.04.2010

KV Hessen: 6,50 Euro für eine Impfleistung rechnen sich nicht

FRANKFURT/MAIN (ine). Mit 6,50 Euro wird Ärzten in Hessen eine Impfleistung honoriert. Damit stehen die Hessen ganz gut da: In den meisten anderen Bundesländern bekommen sie dafür nur 5 Euro, in Bremen sogar nur 4,50 Euro. Doch selbst ein Honorar in Höhe von 6,50 Euro rechnet sich betriebswirtschaftlich nicht, heißt es in einem Rundschreiben der KV Hessen.

Wenn man die Kosten einer Arztpraxis wie Personaleinsatz und ärztliche Leistungen berücksichtige, müsste das Impfhonorar dreimal so hoch sein. Zu diesem Schluss kommt nach Informationen der KV ein Gutachten des Institutes für Gesundheitsökonomik (IfG) in München: Die betriebswirtschaftlichen Berechnungen des IfG basieren auf Basis der STIKO-Richtlinie. Das heißt, sie berücksichtigten bei einer Impfung auch den persönlichen, zeitlichen Einsatz eines Arztes.

Damit habe diese Begutachtung eine etwas andere Dimension als die Kalkulationsgrundlage bei anderen vertragsärztlichen Leistungen, heißt es bei der KV. Die seien zwar auch nach EBM kalkuliert, teilweise aber so stark pauschaliert, dass kaum noch ärztliche Leistungskomponenten definiert werden könnten. Ein Orientierungspunktwert von 3,5 Cent bedeute eine Minderhonorierung von 30 Prozent, so das Fazit der KV. Sie hat deshalb den Impfvertrag mit den Kassen Ende 2009 gekündigt. Nun ist er bis 30. Juni verlängert worden - die Kassen sollen nachbessern.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neu aufgetretene Migräne bei Älteren ist ein Warnsignal!

Patienten, die erst nach dem 50. Lebensjahr eine Migräne mit Aura entwickeln, haben offenbar ein signifikant erhöhtes Schlaganfallrisiko. Ursache könnten (Mikro-)Embolien sein. mehr »

Diabetes geht auch auf die Knochen

Auch wenn Diabetiker häufig Probleme mit Knochen und Gelenken haben, besteht meist kein kausaler Zusammenhang. Doch es gibt seltene ossäre Erkrankungen, die durch die Stoffwechselerkrankung verursacht werden. mehr »

Weniger Kostenrisiko für zu Pflegende

Über den Bundesrat soll ein Paradigmenwechsel in der Finanzierung der Pflegeversicherung herbeigeführt werden. Ziel: Kostenrisiken von Pflegebedürftigen entschärfen. mehr »