Ärzte Zeitung, 19.07.2010

Vertragsärzte: Honorarzuwachs von sechs Prozent im letzten Jahr?

NEU-ISENBURG (ger). Die Honorarzuwächse von Vertragsärzten liegen nach Schätzungen unterschiedlicher Quellen bei über sechs Prozent. Medienberichten zufolge haben besonders Niedergelassene im Norden und Osten profitiert.

Die Schätzungen beruhen zum einen auf Daten des Bewertungsausschusses und nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes aus den ersten drei Quartalen 2009. Den Daten zufolge stieg der durchschnittliche Überschuss je Kassenarzt im Westen um 5,3 Prozent auf 74 403 Euro, im Osten sogar um 8,3 Prozent auf 82 822 Euro, vor Steuern, Altersvorsorge und Krankenversicherung, heißt es in den Medienberichten weiter. Einnahmen aus der Behandlung von Privatversicherten seien noch nicht enthalten.

Zum anderen liegen auch Daten des Instituts der Kassenärzte vor, das auf dieselben Zuwachsraten kommt, allerdings niedrigere absolute Zahlen ausweist als der von den Ärzten und Kassen getragene Bewertungsausschuss. Nach diesen Zahlen lagen die Überschüsse aus Kassenarzttätigkeit im Westen bei 66 433 Euro und bei 73 963 Euro im Osten. An der Spitze der Einkommen hätten Internisten gestanden mit knapp 150 000 Euro Überschuss, Allgemeinmediziner hätten Überschüsse um die 70 000 Euro erzielen können.

Nach Regionen erzielten Vertragsärzte nach den Berichten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und den neuen Bundesländern mit etwa 15 Prozent die höchsten Zuwächse. In Baden-Württemberg habe es dagegen sogar ein Minus bei der Gesamtvergütung um zwei Prozent gegeben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »