Ärzte Zeitung, 28.09.2010

Kommentar

Spezialisten haben's schwer

Von Hauke Gerlof

Die Folgen der neu eingeführten qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) kristallisieren sich zum Quartalswechsel immer klarer heraus. Zu diesen Folgen gehören auch die Probleme, die Vertragsärzte haben, wenn sie sich auf bestimmte Leistungen spezialisiert haben.

Ein Beispiel sind die Hausärzte, die einen Schwerpunkt in der psychosomatischen Medizin entwickelt haben. Durch die striktere Budgetierung über die QZV brechen vielen von ihnen Umsätze weg, die gerade kleine, auf die sprechende Medizin spezialisierte Praxen nur schwer ausgleichen können.

Dahinter steht der Mechanismus, dass sich die Budgets letztlich immer an den durchschnittlichen Leistungsanforderungen einer Arztgruppe orientieren. Wer weniger als der Durchschnitt erbringt, profitiert dann letztlich, wer mehr erbringt, muss Kürzungen hinnehmen.

Letztlich bleibt den Betroffenen nur eine Möglichkeit - die Optionen des Systems auszuloten, zum Beispiel QZV für Leistungen zu bekommen, die sie selbst kaum erbringen. Dann können sie, wenn QZV und RLV überlaufen, andere Budgets nutzen. Auch eine Art Hamsterrad.

Lesen Sie dazu auch:
Honorarverlierer brauchen noch Geduld
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Steigende RLV-Fallwerte? Das Gegenteil ist bisher der Fall

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