Ärzte Zeitung online, 24.08.2011

Bewertungsausschuss weicht Zuschuss-Regeln auf

NEU-ISENBURG (reh). Der Bewertungsausschuss hat die Regeln für den RLV-Zuschlag für ärztliche Kooperationen wieder etwas gelockert. Danach kommen fach- und schwerpunktübergreifende Zusammenschlüsse nun teilweise schneller an den Zuschuss.

Um nur noch echte Kooperationen zu fördern, sollen seit Juli dieses Jahres ärztliche Zusammenschlüsse eigentlich nur dann einen RLV-Zuschlag erhalten, wenn sie auch einen Kooperationsgrad von mindestens zehn Prozent nachweisen.

Zumindest, wenn sie standort- oder fachübergreifend sind. Das hatte der Bewertungsausschuss noch Ende 2010 beschlossen. Doch nun weicht er seine eigene Regelung wieder auf - und zwar rückwirkend zum 1. Juli.

Danach können fach- und schwerpunktübergreifende Berufsausübungsgemeinschaften (BAG), MVZ und Praxen mit angestellten Ärzten unterschiedlicher Arztgruppen den Zuschuss auch dann erhalten, wenn der Kooperationsgrad einen Wert unter zehn Prozent erreicht.

Allerdings muss es sich um Kooperationen mit "überwiegend fach- bzw. schwerpunktgleicher ärztlicher Besetzung" handeln. Und die KV muss den Zusammenschluss als förderungswürdig einordnen. Außerdem werden lediglich die fach- bzw. schwerpunktgleichen Tätigkeiten gefördert.

Konkret bedeutet dies: Bilden drei Hausärzte und ein fachärztlich tätiger Internist mit Schwerpunkt Gastroenterologie eine BAG, die insgesamt nicht auf einen Kooperationsgrad von über zehn Prozent kommt, so könnte die KV den Hausärzten dennoch einen Zuschlag aufs RLV und - soweit die KV dies vorsieht -auf die qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) gewähren. Der Internist hingegen ginge leer aus.

Die Regelung, die Ende Juli bekannt gegeben wurde, soll wohl die Benachteiligung solcher Kooperationskonstellationen gegenüber nicht standortübergreifenden, fachgleichen Zusammenschlüssen aufheben. Denn letztere erhalten generell einen Zuschlag aufs RLV von zehn Prozent - ganz unabhängig von ihrem Kooperationsgrad.

Aber: Es handelt sich hier um eine Kann-Regelung, die KV muss den Zuschlag also nicht gewähren.

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