Ärzte Zeitung, 14.09.2011

Bahr offen für GOÄ-Kompromiss von Ärzten und PKV

BÄK-Chef Frank Ulrich Montgomery setzt beim PKV-Forum in Köln auf eine Einigung mit der PKV zur GOÄ-Novelle.

Bahr offen für GOÄ-Kompromiss von Ärzten und PKV

Daniel Bahr: "Wenn sich PKV und Ärzteschaft einigen, werde ich mich dem nicht verweigern."

© Elke Hinkelbein

KÖLN (iss). Die Bundesärztekammer (BÄK) sieht die Gespräche mit den privaten Krankenversicherern (PKV) über eine Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) auf einem guten Weg.

"Ich bin guter Hoffnung, dass wir in absehbarer Zeit gemeinsam mit dem PKV-Verband dem Bundesgesundheitsminister ein Angebot vorlegen können, das er nicht ablehnen kann", sagte BÄK-Präsident Dr. Frank Ulrich Montgomery auf dem PKV-Forum des Versicherers Continentale in Köln.

Montgomery rannte offene Türen bei Daniel Bahr ein

Bei Daniel Bahr rannte Montgomery damit offene Türen ein. "Wenn sich PKV und Ärzteschaft einigen, werde ich mich dem nicht verweigern", sagte der Bundesgesundheitsminister.

Er verwies auf den langen und schwierigen Diskussionsprozess zur Gebührenordnung für Zahnärzte, wo es oft Stillstand gegeben habe.

"Wenn es Ihnen im Vorfeld gelingt, eine Einigkeit hinzubekommen, dann freue ich mich", sagte er an die Adresse von Ärzten und Versicherern.

Montgomery sieht großen Handlungsbedarf

Der Handlungsbedarf sei groß, betonte Montgomery. "Wir haben keine funktionierende GOÄ mehr."

Die Ärzte hätten ein Interesse an Rechtssicherheit, die PKV an fairen und guten Preisen.

Ärzte vernünftig und auch besser bezahlen

Er erkenne den Anspruch auf eine angemessene Vergütung an, sagte der Vorstandschef der Continentale Rolf Bauer. "Wir müssen die Ärzte vernünftig bezahlen und auch einen Tick besser bezahlen als die GKV."

Gesundheitsökonom Professor Matthias Graf von der Schulenburg plädierte in Köln für eine größere Vertragsfreiheit, besonders für die PKV-Unternehmen. "Wir brauchen Modellversuche, Verträge der PKV mit Krankenhäusern und Ärzten", so von der Schulenburg.

Montgomery hat nichts gegen Vertragslösungen

Gegen Vertragslösungen spricht auch aus Sicht von Montgomery nichts. Voraussetzung sei aber, dass die Vereinbarungen nicht der Preisdrückerei und dem Abweichen von der Gebührenordnung dienen.

"Wenn wir eine vernünftige GOÄ haben, können wir zu Verträgen über die Qualität kommen", sagte der BÄK-Präsident.

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