Ärzte Zeitung, 23.03.2012

Im Norden fast kein Abrechnungsbetrug mehr

In Schleswig-Holstein rechnen die niedergelassenen Ärzte sauber ab, loben die Ersatzkassen. Sie verzeichnen immer weniger Verdachtsfälle im Zusammenhang mit Abrechnungsbetrug.

Im Norden fast kein Abrechnungsbetrug mehr

Abrechnungsmanipulationen kommen in Schleswig-Holstein nur noch vereinzelt vor.

© Christopher Meder / fotolia.com

KIEL (di). Abrechnungsmanipulation kommt im Gesundheitswesen im Norden nur vereinzelt vor. Die Ersatzkassen sprechen von einer erfreulichen Entwicklung und setzen auf Abschreckung.

84 Verdachtsfälle, dies entspricht einem Rückgang um sechs Prozent, hat der von den Ersatzkassen eingerichtete "Arbeitsausschuss zur Wahrnehmung der Aufgaben bei Bekämpfung von Abrechnungsmanipulationen" im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein bearbeitet - eine Vertragsverletzung wurde nur in 43 Fällen bestätigt.

Niedergelassene Vertragsärzte waren gar nicht betroffen. Der Ausschuss hatte zwar vier Verdachtsfälle von niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten geprüft, aber keinen Betrug gefunden.

Die größte Fallzahl kam aus der Physiotherapie. Einige Praxen hatten Leistungen wie etwa manuelle Lymphdrainage abgerechnet, obwohl sie diese nicht erbringen durften.

125.000 Euro Schadenersatzzahlungen

Insgesamt nahmen die Ersatzkassen im vergangenen Jahr nur 125.000 Euro an Schadenersatzzahlungen ein. Davon entfielen allein 25.000 Euro auf ein Sanitätshaus, das nicht erbrachte Leistungen abgerechnet hatte.

"Fast alle Leistungserbringer rechnen ihre Leistungen korrekt ab", sage Armin Tank, stellvertretender Leiter des Verbands der Ersatzkassen (vdek), im Norden, zu den vorgelegten Zahlen.

Die vereinzelten schwarzen Schafe müssten jedoch mit Strafen rechnen. Der Abrechnungsbetrug gehe zu Lasten der Versichertengemeinschaft. Tank setzt zugleich auf abschreckende Wirkung: "Jedes aufgedeckte Fehlverhalten hat auch eine Signalwirkung nach außen."

Die vom vdek-Bundesverband eingerichtete E-Mail-Adresse manipulationsabwehr@vdek.com verzeichnet nur eine geringe Zahl von gemeldeten Fällen aus Schleswig-Holstein.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Wohltuende Offenheit

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