Ärzte Zeitung, 09.05.2012

Kommentar

Keine Chance dem Honorarsponsoring!

Von Rebekka Höhl

Die finanziellen Mittel für die Arzthonorare sind knapp und werden es auch künftig bleiben. Um so ärgerlicher ist es, wenn einzelne schwarze Schafe versuchen, durch Leistungsausweitung mehr Honorar an sich zu ziehen. Denn das fehlt dann im Gesamthonorartopf der Ärzte.

Bei den freien Leistungen ist genau das lange Zeit geschehen. Bis vor fast zwei Jahren die qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) eingeführt wurden.

Seither sind auch viele freie Leistungen in ihrer Menge begrenzt. Und plötzlich wandert weniger Geld aus dem Honorartopf aller Ärzte in Richtung einer Minderheit ab, die sich bei den freien Leistungen gut aufgestellt hatte und der auch viele dieser Leistungen überhaupt zur Abrechnung zur Verfügung standen.

Das heißt im Umkehrschluss: Die Ärzte, die kaum Zugang zu den freien Leistungen hatten, müssen seit Einführung der QZV nicht mehr den Honorarhunger ihrer Kollegen aus den ohnehin knappen Mitteln sättigen.

Was sich daraus lernen lässt? Trotz aller Wut auf die Budgetierung:

In einem Umfeld begrenzter finanzieller Mittel braucht es dort, wo Einzelne die Möglichkeit haben, sich auf Kosten der Gemeinschaft zu bereichern, den Honorardeckel.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »