Ärzte Zeitung, 16.12.2013

Nordrhein

Grundversorger sind benachteiligt

Die Honorare im fachärztlichen Versorgungsbereich liegen in Nordrhein deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Die Gründe werden derzeit analysiert.

DÜSSELDORF. Die Vergütungssituation der fachärztlichen Grundversorger in der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert.

Darauf hat der Vorsitzende des HVM-Ausschusses Dr. Frank Bergmann bei der KVNo-Vertreterversammlung in Düsseldorf hingewiesen.

Die Honorare im fachärztlichen Versorgungsbereich liegen in Nordrhein deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. "Insbesondere davon betroffen sind die grundversorgenden Arztgruppen, die hohe Umsatzrückgänge zu verzeichnen haben", sagte Bergmann.

Die Gründe für die Entwicklung würden zurzeit gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung analysiert, sagte er.

Punktwert bei 3,7 Cent

Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Ein erstes Ergebnis ist, dass die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (mGV) in der KV Nordrhein weitaus niedriger ist als der Bundesdurchschnitt.

Je Versichertem liegt die mGV um 18 Euro unter dem Durchschnitt. "Insgesamt werden zehn Prozent aller Leistungen von den Krankenkassen nicht vergütet."

Der durchschnittliche rechnerische Vergütungspunktwert im fachärztlichen Versorgungsbereich liegt für Leistungen innerhalb der Regelleistungsvolumina bei rund 70 Prozent des Orientierungswerts und beträgt 2,5 Cent, sagte er.

Der Punktwert in den ehemaligen Individualbudgets in Nordrhein lag dagegen bei 3,7 Cent. Die Folge: Bei Einführung der RLV ist bei allen RLV-Arztgruppen ein Umsatzverlust eingetreten.

Schere geht auseinander

Mit Ausnahme der Grundversorger konnten viele der übrigen Facharztgruppen ihren Verlust mit Leistungen außerhalb des RLV kompensieren beziehungsweise aufgrund von EBM-Vorschriften ihren Leistungsbedarf steigern, erläuterte Bergmann.

"Die Schere zwischen den Grundversorgern und den anderen hat sich immer weiter auseinander entwickelt."

Die KVNo will gegensteuern. Die Vertreterversammlung und der HVM-Ausschuss haben die Regelungen zu den Vorwegabzügen überarbeitet und vereinheitlicht, berichtete Bergmann.

"Dadurch freigesetzte Gelder fließen jetzt den Regelleistungsvolumina zu und führen damit auch bei den Grundversorgern zu höheren Fallwerten." (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schmerzloses Impfen per Pflaster

Forscher arbeiten an Impfpflastern, mit denen sich Vakzinen schmerzfrei applizieren lassen, ganz ohne Nadel. Die Pflaster haben viele Vorteile und könnten für höhere Impfraten sorgen. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »

Hier tummeln sich die meisten Hausärzte

Die Arztdichte in einer Region ist relevant für die Entscheidung, wo Allgemeinmediziner sich niederlassen – gerade für junge Ärzte. Unsere Karte des Monats zeigt, wo die Konkurrenz zwischen Hausärzten am größten ist. mehr »