Ärzte Zeitung online, 25.03.2014

Bayern

Hausarzt-EBM überrascht KV positiv

Anders als erwartet verzeichnen Bayerns Ärzte mit dem neuen Hausarzt-EBM überwiegend ein Plus bei den Honoraranforderungen. Lediglich die Chronikerpauschale bereitet der KV Bayerns Kopfschmerzen.

Hausarzt-EBM überrascht KV positiv

MÜNCHEN. Die "Unkenrufe" im Vorfeld der Einführung des neuen Hausarzt-EBM zum 1. Oktober 2013 haben sich nicht bewahrheitet. Diese Ansicht vertritt Dr. Wolfgang Krombholz, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB).

Im 4. Quartal 2013 lagen die Honoraranforderungen ohne Sicherstellungszuschlag bei den Hausärzten in Bayern im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,9 Prozent höher, berichtete Krombholz bei der Vertreterversammlung der KVB.

Ohne Berücksichtigung der neuen Leistungen Geriatrie und Palliativmedizin lagen die Honoraranforderungen immer noch etwa ein Prozent über dem Vorjahresquartal. Für die Geriatrie ergab sich ein Plus von 4,9 Millionen Euro und für die Palliativmedizinische Versorgung ein Plus von 2,4 Millionen Euro.

Ein "kritisches Thema", so Krombholz, sei die Chronikerpauschale. Der "alte" Chroniker-Zuschlag habe den Hausärzten im 4. Quartal 2012 insgesamt 50,4 Millionen Euro gebracht, der "neue" Zuschlag im 4. Quartal 2013 dagegen nur noch 45,4 Millionen Euro.

Der Rückgang um etwa zehn Prozent resultiere im Wesentlichen aus einer Unterbewertung der Leistungen, erklärte Krombholz.

"Erbrachte Leistungen auch abrechnen"

Beim problemorientierten Gespräch zeige sich, dass 70,3 Prozent der Hausärzte innerhalb ihres Gesprächsbudgets lagen, während 29,7 Prozent ihr Gesprächsbudget überschritten haben.

Das Überschreitungsvolumen liege bei 2,8 Millionen Euro und entspreche einem Anteil von 12,8 Prozent des insgesamt angeforderten Gesprächsvolumens.

Er sei sich sicher, dass auch jene Ärzte, die weniger Gesprächsleistungen abgerechnet haben, solche tatsächlich erbracht haben, sagte Krombholz. Ärzte müssten künftig also daran denken, ihre tatsächlich erbrachten Gesprächsleistungen auch abzurechnen.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse forderte die Vertreterversammlung für die zweite Stufe der Hausarzt-EBM Reform eine Überarbeitung der Chroniker-Regelung. Auch müsse die Dauer und Vergütung von Gesprächsleistungen verbessert werden.

"Fünf Minuten pro Patient und Quartal sind zu wenig", hieß es. Die Krankenkassen müssten hierfür zusätzliches Geld zur Verfügung stellen, forderten die Vertreter. (sto)

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