Ärzte Zeitung, 22.01.2015

Abrechnung

Neue Spielregeln bei EU-Patienten

Mit der Umstellung auf die E-Card ergeben sich auch für die Europäische Krankenversichertenkarte Änderungen. Das hat Auswirkungen auf die Abrechnung.

NEU-ISENBURG. Seit dem 1. Januar müssen Praxen im Umgang mit Patienten aus Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz (EWR/CH) einige Änderungen beachten.

Grund: Die Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC), über die die EU-Patienten auch hierzulande Leistungen in Anspruch nehmen können, wird auf das Datenformat der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) angepasst.

Nach wie vor müssen Patienten aus dem EU-Ausland in der Praxis zunächst die EHIC oder eine Ersatzbescheinigung und einen Identitätsnachweis - zum Beispiel Personalausweis oder Reisepass - vorlegen. Kassenärzte können die Behandlungskosten dann wie gewohnt mit ihrer KV nach dem Ersatzverfahren abrechnen.

Hierbei müssen sie nun aber Änderungen beachten, die das Statusfeld auf dem Abrechnungsschein sowie auf Rezepten und Überweisungen betreffen, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mitteilt.

Erforderlich wurden die Änderungen laut KBV, weil mit dem neuen eGK-Format die Reihenfolge der Informationen im Statusfeld angepasst wurde.

Anders als bisher muss auf dem Abrechnungsschein im Feld "Status" nicht mehr die Ziffernfolge "10007" eingetragen werden, sondern bei "Versichertenart" eine 1 und bei "Besondere Personengruppe" eine 7. Das Gleiche müssen Ärzte bei Rezepten und Überweisungen für EU-Patienten beachten.

KBV will Checkliste in Kürze aktualisieren

Bei der Abrechnung der Behandlung sollten Vertragsärzte nicht die Kosten vergessen, die etwa mit dem Erstellen von Fotokopien der Ausweisdokumente oder dem Versand von Unterlagen entstanden sind. Berechnungsfähig sind dafür die EBM-Ziffer 40144 (für Kopien) und für das Verschicken von Dokumenten die EBM-Ziffer 40120.

Die Checkliste der KBV für die Praxis "So funktioniert die Abrechnung bei Patienten, die im Ausland krankenversichert sind" ist momentan noch auf dem Stand von März 2013.

Eine Neufassung soll in Kürze herauskommen. "Die Aktualisierung steht jetzt an", teilt die KBV auf Nachfrage der "Ärzte Zeitung" mit.

Darin werde dann auch klargestellt, dass die Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln auf den dafür vorgesehenen Mustern erfolgen soll.

Zudem werde verdeutlicht, dass EWR/CH-Patienten nur solche aushelfenden deutschen Krankenkassen wählen dürfen, die auch nach deutschem Recht wählbar sind. (mh)

Zur aktuelle Vereinbarung zur Anwendung der EHIC.

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