Ärzte Zeitung, 18.06.2015

GOÄ-Novelle

PKV schweigt zu Einzelheiten

Sprechende Medizin soll über die neue GOÄ relativ höher bewertet werden. Viel mehr ist der PKV derzeit nicht zu entlocken.

BERLIN. Die novellierte Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) soll dazu beitragen, allen Beteiligten das Leben zu erleichtern.

Das gelte insbesondere für die Abrechnung, sagte der Direktor des Verbands der privaten Krankenversicherung, Dr. Volker Leienbach, auf der PKV-Jahrestagung in Berlin. "Die Abrechnung soll transparent und nachvollziehbar sein."

Darüber bestehe zwischen PKV und Ärzteschaft Konsens, berichtete er. Erleichterungen soll es auch dadurch geben, dass die Möglichkeiten der Analog-Abrechnung in die neue Gebührenordnung einfließen.

"Die Probleme, die wir heute haben, gibt es zumindest bei der Einführung der GOÄ nicht", hofft Leienbach.

Die PKV und die Ärzteschaft hielten an ihrer Absicht fest, keine Einzelheiten über die Gespräche nach außen dringen zu lassen, betonte der Vorsitzende des PKV-Verbands, Uwe Laue.

Die vielfach komplizierten Fragen sollten gemeinsam am Verhandlungstisch geklärt werden, die Beteiligten wollten sich nicht über öffentliche Diskussionen austauschen.

Die privaten Krankenversicherer sehen die Weiterentwicklung der GOÄ als Teil ihrer Bemühungen, zu einer besseren Versorgungsqualität im Gesundheitswesen zu kommen.

"Wir wollen darin die Medizin auf dem neuesten Stand abbilden, und wir wollen ein Verfahren etablieren, das medizinische Innovationen in Zukunft weitaus schneller in die GOÄ integrieren kann als bisher", sagte Laue. "Wir wollen außerdem die persönliche Zuwendung des Arztes zum Patienten relativ höher gewichten im Verhältnis zur sogenannten Apparatemedizin."

Die sprechende Medizin sei ein wesentlicher Qualitätsaspekt in der PKV, stellt er klar. (iss)

Lesen Sie dazu auch:
Rechenschaftsbericht: PKV buttert 24,7 Milliarden in Gesundheit und Pflege

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