Ärzte Zeitung, 29.09.2015

Honorarbeschluss

Psychotherapeuten fordern Beanstandung des BMG

NEU-ISENBURG. Der Beschluss des Bewertungsausschusses zum Honorar für Psychotherapeuten sorgt weiter für Ärger.

Die Delegierten des Bundesverbandes der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) haben auf ihrer Versammlung jetzt das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, den Beschluss zu beanstanden, weil er rechtswidrig sei.

Die neue Regelung schaffe Fehlanreize in der Versorgung und Ungerechtigkeiten zwischen unterschiedlichen Praxisstrukturen, hieß es.Zwar sei es zu begrüßen, dass endlich überhaupt ein Beschluss des Bewertungsausschusses vorliege. "Der Beschluss verstößt jedoch gegen Recht und Gesetz", heißt es in einer Mitteilung des bvvp.

Die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts werde "mehrfach unterlaufen":

- Nur zwei Prozent der Psychotherapeuten könnten das rechtlich gebotene Mindesthonorar erreichen.

- Die Verpflichtung, alle psychotherapeutischen Leistungen zum Mindestpunktwert zu vergüten, werde gebrochen.

- Praxen mit einem Schwerpunkt auf Abklärung und Diagnostik würden nachträglich unter Missachtung des Vertrauensschutzes benachteiligt, weil bei der Zuschlagsberechtigung nur die genehmigungspflichtigen Leistungen berücksichtigt würden.-

Auch Ärzte mit einem geringeren Umfang an Psychotherapie, die wichtige Versorgungsaufgaben ohne genehmigungspflichtige psychotherapeutischen Leistungen erbringen, würden nachträglich massiv benachteiligt.

Praxen für Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie seien besonders benachteiligt. (ger)

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