Ärzte Zeitung online, 01.10.2015

Fallpauschalen

Neuer DRG-Katalog beschlossen

Wie teuer ist der Fall eines Patienten in der Klinik? Der nun beschlossene DRG-Katalog legt die Fallpauschalen zur Beantwortung fest. Bei der Erarbeitung haben in diesem Jahr auch Kosten durch multiresistente Erreger eine Rolle gespielt.

BERLIN. Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) haben für das Jahr 2016 den Fallpauschalenkatalog für Krankenhäuser vereinbart.

Dies teilt der GKV-Spitzenverband mit.

Der DRG-Katalog ist seit dem Jahr 2004 verbindliche Abrechnungsgrundlage für über 18 Millionen stationäre Fälle und steuert ein Finanzierungsvolumen von rund 70 Milliarden Euro.

Ebenfalls wurde eine Verständigung über den pauschalierenden, tagesbezogenen Entgeltkatalog für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP-Entgeltkatalog) erzielt. Der Katalog für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen kann seit 2013 von den Krankenhäusern optional zur Abrechnung angewendet werden.

"Ein weiterer richtiger Schritt"

Der Hauptgeschäftsführer der DKG, Georg Baum, erklärte: "Die jetzt verabschiedeten Entgeltkataloge bilden die entsprechenden Leistungen besser ab und sind deshalb ein weiterer richtiger Schritt in Richtung einer gerechteren Vergütung."

Der DRG-Katalog wurde durch das von den Partnern der Selbstverwaltung gemeinsam getragene Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) auf der Grundlage von Fallkostendaten von Krankenhäusern weiterentwickelt.

Wichtige Hinweise für eine sachgerechtere Abbildung des Aufwandes spezifischer Fallkonstellationen konnten aus dem im Jahr 2015 erstmals erstellten Extremkostenbericht gewonnen werden.

Aufwand durch MRSE-Patienten

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Systementwicklung war die Verbesserung der Abbildung des Aufwandes der intensivmedizinischen Behandlung.

Neben zahlreichen weiteren Anpassungen ist außerdem eine differenziertere Bewertung des Aufwandes durch Patienten mit multiresistenten Erregern und der multimodalen Schmerztherapie nach Behandlungsdauer erwähnenswert.

Die Skala der sich aus Nebendiagnosen errechnenden patientenbezogenen Schweregradstufen wurde für die Abbildung hochaufwendiger Fälle erweitert.

Laut GKV-Spitzenverband zeigt der Katalog für 2016 im Vergleich zu 2015 keine grundlegenden Neuerungen, sondern "eine Vielzahl von Detailverbesserungen". (eb)

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