Ärzte Zeitung, 21.03.2016

GOÄ-Novelle

Verbände und KV kritisieren BÄK-Vorgehen

Zur Notbremse der BÄK in Sachen GOÄ kommen aus den Ärzteverbänden kritische Stimmen. Die KV Brandenburg spricht von einer Klatsche.

BERLIN/DÜSSELDORF. Die Ärzteverbände hoffen jetzt nach dem turbulenten Wochenende darauf, dass sie beim Fortgang der Verhandlungen konstruktiv beteiligt werden. Das geht aus Stellungnahmen zum Beschluss des BÄK-Vorstandes hervor.

Für die erforderlichen Nachverhandlungen stünden die Berufsverbände bereit, so der Chef des NAV-Virchow-Bundes Dr. Dirk Heinrich. Wichtig sei, dass die Verbände endlich einen Einblick in die Leistungslegenden und Bewertungen erhielten.

Dass die GOÄ vorerst auf Eis gelegt werde, zeige, dass die bisherige "Null-Transparenz" keine Akzeptanz finde, hieß es am Samstag in der VV der KV Brandenburg.

Ein Arbeiten mit der jetzigen GOÄ sei besser als die Einführung der geplanten Novelle, sagte KV-Chef Hans Joachim Helming der "Ärzte Zeitung".

Der Hausärzteverband fordert, dass die hausärztlichen Leistungen in der GOÄ vernünftig vergütet werden.

"Dazu gehört die angemessene Vergütung der Versorgung chronisch kranker und multimorbider Patienten. Dies kann nicht nur über Gesprächsleistungen geschehen", so Verbandschef Ulrich Weigelt. (ger, juk)

[21.03.2016, 17:15:20]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Einfach nur ärgerlich!
Dieselben Funktionäre, Verbands-Oberen und Offiziellen jenseits des Deutschen Hausärzteverbandes (HÄV), die beim außerordentlichen Deutschen Ärztetag (aoDÄT) in Berlin noch alles brav abgenickt und die Ohren gegenüber laut werdender Kritik an der BÄK-Verhandlungsführung verschlossen hielten, um die BÄK vorbehaltlos zu bestätigen, spielen sich jetzt als diejenigen auf, die immer schon Alles besser gewusst, nur aber vergessen hätten, es auch zu sagen.

Der NAV-Virchow-B.-Bundesvorsitzende Dr. Dirk Heinrich, der Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) Dr. Wolfgang Wesiack, BDI-Vize Dr. Hans-Friedrich Spies und der Ex-FDP- MdB Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands, sie alle haben 30 Jahre GOÄ-Reformstau Kritik- und Initiativ-los bis zuletzt begleitet und wollen jetzt am liebsten in die Rolle der "Rächer der Enterbten" schlüpfen.

Hartmannbund (HB) und Marburger Bund (MB) haben allen Anlass, sich mit Kommentaren und Kritik an der GOÄneu zurückzuhalten. Beide haben die Aufklärungsbedürfnisse beim aoDÄT hintertrieben. Der MB, weil er zum einen mit der PKV verquickt ist und seine angestellten und beamteten Kollegen bei Tarifverhandlungen nicht schwächen will, zum anderen, weil attraktive Niederlassung in freier Praxis mit verbesserten GOÄneu-Konditionen zu eigenem Mitgliederschwund führen würde. Der HB dagegen hatte so frühzeitig die BÄK-Positionen vorbehaltlos unterstützt und mit Kadavergehorsam gefüllt, dass er den inhaltlichen Schwenk der Bundesärztekammer: "Der Entwurf für eine neue GOÄ im Präsidium der Bundesärztekammer (BÄK) ist in der Nacht zu Freitag offenbar vorläufig durchgefallen" noch gar nicht richtig mitbekommen hat.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM
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