Ärzte Zeitung, 11.05.2016

Geplant

Ein Institut zur "GOÄ-Analyse"

Ein Problem bei den Verhandlungen zur neuen GOÄ war, dass die Ärzte nicht über valide Daten verfügen. Das wollen die PVS und die Stiftung Privatmedizin jetzt ändern.

BERLIN. Die Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS) und die Stiftung Privatmedizin wollen mit der Gründung eines eigenen GOÄ-Instituts den Prozess der GOÄ-Novellierung unterstützen.

Die "GO DatenConsult GmbH i.Gr." - so der Name des Instituts - soll als gemeinnützig konzipierte Gesellschaft die Kompetenzen von PVS-Verband und Stiftung bündeln und die GOÄ-Abrechnungsdaten der PVS in repräsentativer Breite zusammenführen und aufbereiten.

Kooperationspartner ist das Kieler Institut für Mikrodaten-Analyse (IfMDA) unter der Leitung von Dr. Thomas Drabinski.

Ziel lautet mehr Informationen

Ziel sei es, "mögliche Informations-Asymmetrien zwischen Ärzteschaft und Kostenträgern in Bezug auf die GOÄ zu beseitigen", heißt es in einer Mitteilung.

Die Gründung des Instituts sei nicht abgestimmt mit der Bundesärztekammer, so Stefan Tilgner, Vorstand der Stiftung Privatmedizin und Geschäftsführer des PVS-Verbandes.

Aber es sei in den vergangenen Wochen deutlich geworden, dass die für die GOÄ-Novelle erforderlichen Daten nicht in der nötigen Menge und Qualität vorliegen.

"Wir wollen das proaktiv mit hoher Professionalität und wissenschaftlicher Expertise unterstützen. Es ist wichtig, dass die Ärzte bei den Verhandlungen nicht nackt dastehen", so Tilgner.

Das Institut, das derzeit noch in Gründung steht, könne die Arbeit quasi sofort aufnehmen und dann "relativ blitzartig" auch Daten zur Verfügung stellen, so Tilgner.

"Wir haben viele Millionen Rechnungen und damit mehr als genug Daten, um gewichtet nach Bundesländern, Stadt/Land oder ambulant/stationär repräsentative Daten zusammenstellen zu können", so der Verbandsgeschäftsführer.

Auf das "GOÄ-Analyse" genannte Datenangebot der Gesellschaft können dann Berufsverbände oder die ärztlichen Verhandlungsführer zum Selbstkostenpreis zurückgreifen.

Spitzenverband Fachärzte begeistert

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands hat in einer Mitteilung die Gründung eines GOÄ-Instituts durch die PVS im Verband begrüßt.

Das sei ein "außerordentlich konstruktiver Beitrag ärztlicher Selbsthilfeorganisationen zur Neuentwicklung einer GOÄ", so SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Heinrich.

So könnten belastbare Daten aus der Versorgung als Grundlage und Kontrolle in die Erarbeitung von realistischen Leistungsbewertungen einfließen. (ger)

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