Ärzte Zeitung, 12.05.2016

Neue GOÄ

Alles zurück auf null

Im Ringen um eine neue GOÄ ist die Reset-Taste gedrückt worden: Jetzt kommt alles noch einmal auf den Prüfstand, haben Bundesärztekammer und Ärzteverbände entschieden.

Alles zurück auf null

Neue GOÄ: Ärzte ringen um eine gemeinsame Position.

© Stephan Thomaier

BERLIN. Die Positionen von Bundesärztekammer und Ärzteverbänden zur GOÄ scheinen sich im Vorfeld des Ärztetags einander anzunähern. Auch das Paragrafenwerk der neuen GOÄ sowie die Bundesärzteordnung sollen offenbar noch einmal innerärztlich diskutiert werden.

Das geht aus Stellungnahmen von Verbandsvertretern im Anschluss an ein Spitzentreffen im Vorfeld des Deutschen Ärztetages am Mittwoch hervor.

Alles wird noch mal auf den Prüfstand gestellt

Die Reset-Taste sei gedrückt, alles werde jetzt noch einmal auf den Prüfstand gestellt, habe Dr. Klaus Reinhardt, der neue Vorsitzende des Gebührenordnungsausschusses der Bundesärztekammer, bei dem Treffen konzediert, berichtete Axel Schroeder, der stellvertretende Vorsitzende des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands (SpiFa), auf Anfrage der "Ärzte Zeitung".

Dazu gehörten auch die Prüfung des Paragrafenteils der neuen GOÄ und die Bundesärzteordnung mit der strittigen Gemeinsamen Kommission (GeKo), die für die Weiterentwicklung der GOÄ zuständig sein soll.

"Die Ärzteverbände sind brennend an einer GOÄ-Novelle interessiert", betonte Schroeder. Aber bisher sei die Transparenz mangelhaft gewesen, daher müsse nun zunächst "innerärztlich Bilanz gezogen und Konsens erreicht" werden.

Klare Botschaft vom Ärztetag erwartet

Schroeder: "Vom Ärztetag muss dann eine klare Botschaft ausgehen, um die Verhandlungsführung der BÄK zu stärken." Die Position der Ärzteschaft müsse dabei nicht dem Ordnungsrahmen entsprechen, den das Bundesgesundheitsministerium setzen wolle.

Den Kurs in Richtung innerärztlicher Konsens bestätigte auch Dr. Werner Baumgärtner, Sprecher der Allianz deutscher Ärzteverbände. In diesem Sinne sei das Spitzentreffen "positiv", die Diskussion sei "zielgerichtet" gewesen.

Im Fokus müsse nun "eine gemeinsame Position der Ärzteschaft gegenüber der PKV und der Politik" stehen, so Baumgärtner weiter. Die Allianz werde daher bis zum Ärztetag einen Antrag formulieren und ihn mit dem MB und dem Hausärzteverband abstimmen.

Seitens der Bundesärztekammer war keine inhaltliche Stellungnahme zum Spitzentreffen mit den Verbänden zu erhalten. Es seien "Themen des 119. Deutschen Ärztetages beraten" worden, hieß es auf Anfrage. (ger)

[12.05.2016, 22:21:29]
Dr. Wolfgang Bensch 
Erinnert sich noch jemand daran, wie indigniert die Spitze auf den Antrag dreier Ärztekammerversammlungen reagierte?
Die beantragten wg. GOÄ einen ausserordentlichen Ärztetag, der dann auch entsprechend der BÄK-Satzung einberufen wurde und natürlich mehrheitlich den eingeschlagenen Kurs bestätigte, wie kurz danach sämtlichen Statements der bekannten Funktionärsspitzen zu entnehmen war ... was passierte eigentlich inzwischen, dass "einvernehmlich" der berühmte "Resetknopf" okkupiert wird? zum Beitrag »
[12.05.2016, 18:51:24]
Dipl.-Med Peter Bühler 
Ah ein neuer
Kriegsgewinnler, der sich für´s Versprechen "Ich krieg das hin" gut (in eigenen Worten: "angemessen und fair zusätzlich zur eigenen non-profit praxis") bezahlen lässt. Beeindruckender berufspolitischer Werdegang. Wusste gar nicht, dass es die Vorstände alle gibt, in denen Kllg. Dr. Baumgärtner - nur aktuell - alles tätig ist. zum Beitrag »

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