Ärzte Zeitung, 22.08.2016

Freie Ärzte

Kritik am Ablauf der GOÄ-Anhörungen

BERLIN. Die Freie Ärzteschaft (FÄ) und die Ärztliche Gesellschaft für Gesundheit und Prävention (ÄGGP) haben den Verlauf der Anhörungen zur neuen GOÄ kritisiert. "Die Anhörungen dienen bislang nur dazu, die Leistungsbeschreibungen zu aktualisieren. Über Grundsätzliches, also den Paragrafenteil, wird gar nicht gesprochen", sagte ÄGGP-Vorsitzender Dr. Norbert Panitz am Montag in Berlin. Entscheidungen würden erst nach Abschluss der Anhörungen getroffen, habe die Bundesärztekammer (BÄK) kürzlich bei einem Treffen mit Verbänden zur GOÄ mitgeteilt. Dabei habe der Deutsche Ärztetag im Mai in Hamburg bereits deutliche Entscheidungen getroffen.

"Aber diese Beschlüsse werden offenbar ignoriert und die Ärzteschaft wird über Grundsätzliches weiter im Unklaren gelassen", monierte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich. "Wir fordern die präzise Berücksichtigung der Ärztetagsbeschlüsse in jedem Stadium der GOÄ-Novellierung."

Vor allem seien Analogziffern und variable Steigerungsfaktoren beizubehalten, um dem individuellen Behandlungsbedarf des Patienten stets Rechnung tragen zu können. Zudem darf keine Gemeinsame Kommission aus Ärztevertretern und Privaten Krankenversicherungen (PKV) eingerichtet werden, weil dies mit den Ärztetagsbeschlüssen unvereinbar ist." Die BÄK halte offenbar an dem Paragrafenteil fest, dem der Hamburger Ärztetag eine klare Absage erteilt hat.

Dietrich erinnert daran, dass der Ärzteag einen völligen Neustart der GOÄ-Konzeption gefordert hat. ÄGGP-Vorstand Panitz kann einen Neustart bislang nicht erkennen: "Die betriebswirtschaftliche Kalkulation der Privaten Krankenversicherungen ist der Bundesärztekammer offenbar wichtiger als die Umsetzung der Forderungen der Ärzteschaft." Von einer Überarbeitung des gesamten GOÄ-Konzeptes, wie sie der Ärztetag gefordert hat, lasse die BÄK bislang nichts erkennen. (ger)

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