Ärzte Zeitung, 30.08.2016

Abrechnung

Einzelleistung im Vorteil

Von Hauke Gerlof

Es ist eine Crux mit den Pauschalen in der ärztlichen Vergütung: Sie verhindern zwar, dass Ärzte das Hamsterrad anwerfen und immer mehr Leistungen erbringen, um ihr Honorar zu halten. Aber wenn man es mit den Pauschalen übertreibt, dann ist das Leistungsgeschehen nicht transparent.

Beispiel MRSA: Wenn Patienten, die mit Befall von Methicillin-resistenten Staphylokokkus aureus (MRSA) aus der Klinik kamen, behandelt werden mussten, dann schlug sich das bis 2012 nicht in der Abrechnung spezieller Positionen nieder, weil es keine gab.

Durch die Vergütungsvereinbarung zu MRSA, die im April 2012 in Kraft getreten ist, hat sich das geändert, wie der KBV-Honorarbericht zu den neuen Leistungen zeigt. Demnach ist das Problem mit MRSA durchaus versorgungsrelevant, auch wenn es sich nicht um ein Massenphänomen handelt.

Zusätzlich wurden durch die Leistungen Anreize geschaffen, sich für die Versorgung von MRSA-Patienten fortzubilden und verstärkt darauf zu achten, ob Risikopatienten und ihr Umfeld befallen sind. So können die Einzelleistungen im MRSA-Kapitel dazu beitragen, die Versorgungssituation in Deutschland zu verbessern. Ergo: Ist ein Versorgungsproblem einmal identifiziert, führt die Lösung häufig über eine Einzelleistung.

hauke.gerlof@springer.com

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