Ärzte Zeitung, 14.09.2016

Neue GOÄ

Verhandlungen kommen voran

Nach dem Deutschen Ärztetag ist es ruhig geworden um die neue GOÄ. Doch die Gespräche kommen voran, meldet der Beauftragte der BÄK.

BERLIN. Während die Bundestagsparteien auf Wahlkampfmodus schalten, auch in der Gesundheitspolitik, geht es in Sachen GOÄ bei den Ärzten betont sachlich zu: "Wir sind auf dem Weg, es gibt nichts zu verkünden", so Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender der GOÄ-Kommission bei der Bundesärztekammer, auf Anfrage der "Ärzte Zeitung".

Dennoch kann Reinhardt Fortschritte vermelden. Die Gespräche mit den Verbänden über Leistungen und Legenden seien "zu großen Teilen geführt", berichtet Reinhardt. Sie seien "sehr strukturiert und konstruktiv", betont er. Teilweise gebe es nicht viel am bisherigen Vorschlag zu ändern, teilweise müsse nachgebessert werden, etwa bei modernen interventionellen Techniken.

Prozess soll bis Jahresende abgeschlossen sein

"Manche Leistungen kommen dazu, andere, die nicht mehr gebraucht werden, fallen raus". Die Ergebnisse der Gespräche würden dann an die PKV weitergeleitet und dann besprochen. "Dieser Prozess solle etwa bis Jahresende abgeschlossen sein, so dass es dann einen allgemein konsentierten Legendenstand gebe", so Reinhardt.

Erst dann gehe es an die Bewertung der rund 4500 Leistungspositionen. "Die Transkodierung GOÄ-alt nach GOÄ-neu arbeiten wir im Hintergrund nochmal durch", erläutert Reinhardt, daraus werde dann das Preismodell der BÄK entwickelt. Für die Konsentierung der Preise "braucht die BÄK dann nochmals den Sachverstand der Verbände", so Reinhardt.

Geduld und Disziplin sind nötig

Auch der Paragrafenteil und die Änderung der Bundesärzteordnung würden "kritisch reflektiert". Inwieweit hier "Änderungen noch erforderlich oder notwendig sind, das muss dann der Deutsche Ärztetag 2017 entscheiden. In diesem Prozess brauchen wir Geduld und Disziplin", so der BÄK-Beauftragte.

Alle Beteiligten seien "gut beraten, sachlich zu bleiben, und Kompromissfähigkeit gehört auch dazu", betont Reinhardt. Bisher habe der Ärztetag in den Abstimmungen zur GOÄ genau das immer "deutlich gezeigt", so Reinhardt. (ger)

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