Ärzte Zeitung, 21.10.2016
 

Hausärzte

In Nordrhein sinkt der Fallwert

KÖLN. Bei den Haus- und Kinderärzten der KV Nordrhein sind die Fallwerte im ersten Quartal gesunken. Grund dafür war ein starker Anstieg der Fallzahlen. Der bewirkte bei den Kinderärzten, dass erstmals die Fallzahlzuwachsbegrenzung zum Einsatz kam.

Das Regelleistungsvolumen der Hausärzte ging im zweiten Quartal im Vergleich zu dem am Anfang des Quartals veröffentlichten kalkulatorischen Fallwert um drei Prozent auf 38,94 Euro zurück, bei den Pädiatern gab es einen Rückgang um fünf Prozent auf 37,08 Euro.

Als Grund für die Entwicklung sieht man bei der KVNo vor allem die Tatsache, dass dieses Jahr die Osterferien ins erste Quartal fielen. Dadurch suchten weniger Patienten die Praxen auf, die Fallzahlen fielen.

Dieser Effekt fehlte im zweiten Quartal, die Fallzahlen stiegen wieder – und der Fallwert ging zurück. Seit dem 1. Januar 2016 sind in der KVNo im hausärztlichen Bereich die aktuellen Fallzahlen für die Bemessung der Regelleistungsvolumina und der qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina in den einzelnen Quartalen entscheidend.

Damit bilden sich Änderungen der Patientenfrequenz schnell ab. Deutliche Schwankungen zwischen den Quartalen sind also auch künftig nicht auszuschließen.

Nach der neuen Systematik greift eine Fallzahlzuwachsbegrenzung, wenn eine Arztgruppe ihre Fallzahl um mehr als fünf Prozent erhöht – wie im zweiten Quartal bei den Kinderärzten.

"Das bedeutet, dass für alle pädiatrischen Praxen, die ein Fallzahlwachstum von fünf Prozent erzielen, die Fallzahl bei der Bestimmung des Regelleistungsvolumens beschränkt wird", erläutert KVNo-Honorarexperte Dirk Schultejans.

Davon betroffene Ärzte könnten unter Umständen von einer Härtefallregelung profitieren, etwa wenn der Fallzahlzuwachs durch eine Praxisschließung im Umfeld begründet ist. (iss)

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