Ärzte Zeitung online, 03.11.2016
 

NäPA

Doch die Gießkanne?

Ein Kommentar von Hauke Gerlof

Die Auseinandersetzung zwischen dem Hausärzteverband und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) über die Förderung der Nichtärztlichen Praxisassistentinnen (NäPA) ist nicht neu.

Schon bei Einführung der neuen NäPA-Leistungen Anfang 2015 kritisierte der Verband die bürokratischen Hürden, die Hausärzte überspringen müssen, um den Zuschlag zu erhalten.

Vor allem die Diskriminierung von Ärzten, die viele Patienten in der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) betreuen und so nach der vorgegebenen Berechnungsmethode nicht auf die nötigen Patientenzahlen kommen, ist den Hausärzten ein Dorn im Auge – und sie haben recht.

Denn die Fortbildung der NäPA kostet auch für Hausärzte, die mit einer ähnlich qualifizierten VERAH arbeiten, nochmals Geld, das über die Pauschale eingespielt werden sollte.

Der vom Verband vorgeschlagene NäPA-Zuschlag zur Chronikerpauschale – ähnlich wird es in der HzV gemacht, wenn eine VERAH in der Praxis arbeitet – wird allerdings nur schwer durchsetzbar sein.

Das Misstrauen der Krankenkassen gegen Pauschalen ist in den gedrechselten Regelungen des EBM an vielen Stellen mit Händen zu greifen. Man fragt sich nur: Warum geht das, was bei Selektivverträgen möglich ist, nicht auch in der Regelversorgung?

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