Ärzte Zeitung, 12.12.2016
 

Umfrage

Bürokratie ist für Ärzte ein Grundübel

84 Prozent der Niedergelassenen sind überzeugt, dass das Gesundheitssystem an Bürokratie krankt.

HAMBURG. Bezahlung und Bürokratie – bei diesen beiden Aspekten sehen Ärzte in Klinik und Praxis das größte Potenzial für Verbesserungen ihrer Arbeit. Laut einer Umfrage von DocCheck im Auftrag der Asklepios Kliniken sind die meisten Ärzte dennoch motiviert.

"Nach der Alltagserfahrung der Mediziner ist das Grundübel im deutschen Gesundheitssystem die Fehlbelastung der Ärzte durch eine Vielzahl medizinfremder Tätigkeiten, hervorgerufen vor allem durch den vorgeschriebenen Dokumentationsaufwand", sagte der medizinische Direktor bei Asklepios, Professor Christoph Herborn, zu den Ergebnissen. Sein Unternehmen hatte für die Umfrage unter dem Titel "Qualität der Ärzte" jeweils 100 niedergelassene und Klinikärzte aller Fachrichtungen der Humanmedizin online befragen lassen.

Bei den niedergelassenen Ärzten sind 84 Prozent überzeugt, dass das Gesundheitssystem an der Bürokratie krankt. 83 Prozent halten mehr Geld für das medizinische Personal für richtig. Außerdem wünschen sie sich eine Reduzierung des Drucks durch die Kostenträger. Bei den Klinikärzten wünschen 80 Prozent mehr Geld und 77 Prozent weniger Bürokratie. Wichtigster Punkt bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes sind laut Umfrage die Arbeitsbedingungen, also etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diesen Punkt nennen 97 Prozent der befragten Klinikärzte. 91 Prozent erwarten von ihrem Arbeitgeber gute Weiterbildungsmöglichkeiten. Nachrangig beurteilen sie dagegen, wie ihre Klinik von ärztlichen Institutionen oder Standesvertretern eingeschätzt wird. Die Möglichkeit zu forschen spielt für weniger als ein Viertel der Befragten eine Rolle.

36 Prozent der befragten Ärzte aus privaten Kliniken glauben, dass ihr eigenes Arbeitsumfeld für junge Ärzte attraktiv ist. Bei öffentlichen Trägern glauben dies nur 18 Prozent, unter Ärzten in konfessionellen Häusern beträgt dieser Anteil 32 Prozent. (di)

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