Ärzte Zeitung, 16.12.2016
 

Abrechnung

Das ändert sich bei NäPA und Kinder-Früherkennung

Mit gesenkter Genehmigungshürde, einem erweiterten Punktzahlrahmen und drei neuen Zuschlägen soll die NäPA-Förderung endlich auf breiter Front bei den Hausärzten ankommen.

Von Christoph Winnat

Das ändert sich bei NäPA und Kinder-Früherkennung

Bei der Vergütung von NäPa und der Kinderfrüherkennung ändert sich etwas.

© pogonici / Fotolia

BERLIN. Von den 118 Millionen Euro, die seit 2015 den Hausärzten für Leistungen von nichtärztlichen Praxisassistentinnen (NäPA) extrabudgetär zufließen sollten, wurde bislang ein Großteil nicht abgerufen.

Jetzt hat der Bewertungsausschuss beschlossen, die Delegation aufzuwerten und gleichzeitig die Abrechnungsvoraussetzungen zu entschärfen.

Die wichtigsten Änderungen an der NäPA-Vergütung in Kürze:

1.) Zu jeder der drei bisherigen NäPA-Ziffern (GOP 03060, 03062, 03063) gibt es einen eigenen neuen Zuschlag, der von der KV zugesetzt wird. Demnach wird zur NäPA-Pauschale 03060 künftig die 03061 zugesetzt (12 Punkte), zur Besuchsziffer 03062 werden 20 Punkte über die neue GOP 03064 zugeschlagen und zur Mitbesuchsziffer 03063 gibt es 14 Punkte mehr (Zuschlag 03065).

2.) Für die NäPA-Pauschale galt bisher ein Quartalsdeckel von 12.851 Punkten. Der wird jetzt auf 23.800 Punkte (in Summe für die GOP 03060 und den neuen Zuschlag 03061) annähernd verdoppelt.

3.) Außerdem werden die Abrechnungsvoraussetzungen erleichtert: So sollen künftig allgemeinärztliche Einzelpraxen bereits mit 700 statt wie bisher 860 Behandlungsfällen im Kollektivvertrag Geld zur NäPA-Finanzierung erhalten.

Für Gemeinschaftspraxen gilt, dass künftig je weiterem allgemeinärztlichem Vollzeit-Kollegen 521 Behandlungsfälle hinzukommen müssen (bisher 640). Alternativ sind die Voraussetzungen erfüllt, wenn im Schnitt 120 Patienten (bis dato 160) ab 75 Jahren pro Quartal versorgt werden; und 80 je weiterem Allgemeinarzt in einer BAG (bis dato 120).

Zweites Reformpaket

Ein zweites großes Reformpaket hat der Bewertungsausschuss zu Wochenbeginn mit der Aufwertung der Kinder-Früherkennung sowie neuen EBM-Ziffern zum Mukoviszidose-Screnning geschnürt.

Demnach gibt es künftig für die Früherkennungsuntersuchungen U2 bis U9 einheitlich 401 Punkte. Das entspricht rund zehn Euro mehr je Untersuchung; womit dem gestiegenen Arbeitsaufwand entsprechend der überarbeiteten GBA-Kinderrichtlinie Rechnung getragen werden soll.

Nicht zuletzt hat die Selbstverwaltung pünktlich zum 1. April das Telekonsil in der Radiologie in den EBM gebracht. Der Ausschuss hat damit die Vorgaben des E-Health-Gesetzes umgesetzt.

Für das Mukoviszidose-Screening Neugeborener gibt es ab Januar die neue GOP 01709 (50 Punkte). Hinzu kommen drei neue, für die Mukoviszidose-Diagnostik spezifische Laborleistungen.

117,98 Millionen Euro beträgt das zur NäPA-Förderung vereinbarte Jahresbudget. Die jetzt beschlossene EBM-Anpassung steht unter dem Vorbehalt, dass diese Summe 2017 eingehalten wird. Ist das nicht der Fall, sollen die jüngsten Änderungen Ende 2018 wieder außer Kraft gesetzt und die NäPA-Ziffern abermals einer Revision unterzogen werden.

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