Ärzte Zeitung online, 29.03.2017
 

Psychotherapeuten

Strukturzuschlag muss weg!

NEU-ISENBURG/BERLIN. Im Vorfeld der für Mittwochnachmittag erwarteten Entscheidung des Bewertungsausschusses zur Honorierung der neuen Leistungen der Psychotherapeuten hat die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV) gefordert, den Strukturzuschlag für Psychotherapeuten wieder abzuschaffen. "Die Finanzmittel zur Beschäftigung von Personal müssen in jede psychotherapeutische Leistung einberechnet werden, so dass alle Praxen profitieren", so Diplom-Psychologe Gebhard Hentschel, stellvertretender Bundesvorsitzender der DPtV am Dienstag in Berlin. Die Strukturzuschläge entsprächen nicht den Vorgaben des Bundessozialgerichts und verstießen gegen das Gleichbehandlungsgebot, äußerte sich Hentschel weiter. Diese Rechtsauffassung sei gerade vom Sozialgericht Marburg bestätigt worden (wir berichteten).

"Wir erwarten die Berücksichtigung dieses Gerichtsurteils bei der Festlegung der Vergütung für die neuen Leistungen der reformierten Psychotherapie-Richtlinie und fordern den Bewertungsausschuss auf, für eine rechtssichere Regelung zu sorgen", sagte Hentschel nach einer Mitteilung der DPtV.

Der Strukturzuschlag wurde mit dem Ziel eingesetzt, den entstehenden höheren Aufwand bei der Praxisorganisation, zum Beispiel für Praxispersonal, auszugleichen. Er ‚belohnt‘ aber nur die auslastungsstärksten Praxen und verstösst gegen den Grundsatz des Mindesthonorars je Zeiteinheit.

Derzeit laufen in vielen Bundesländern Klageverfahren zu den Abrechnungszeiträumen ab 2007. Bei mehreren Verfahren sei schon eine Sprungrevision zum Bundessozialgericht (BSG) zugelassen worden, heißt es.

"Die Unterschiede zwischen der Vergütung der zeitintensiven psychotherapeutischen Leistungen und den Leistungen anderer Facharztgruppen sind endlich zu korrigieren. Die professionelle Behandlung psychisch erkrankter Menschen muss der Gesellschaft genauso viel wert sein wie die Behandlung körperlicher Erkrankungen", forderte Hentschel.(ger)

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