Ärzte Zeitung online, 18.04.2017

Elektronischer Arztbrief

Bremer Ärzte bekommen ein Euro je Brief

BREMEN. Nur etwa zehn Prozent aller Bremer Arztpraxen verschicken bisher elektronische Arztbriefe. Deshalb fördert die KV Bremen (KVHB) den Versand via KV-Connect nun mit einem Euro.

Im Unterschied zu der bundesweiten EBM-Regelung ist diese Förderung nicht an den Heilberufeausweis (eHBA) bzw. die elektronische Signatur gekoppelt, so die KVHB. Damit könnten seit 1. April alle Ärzte und Psychotherapeuten in Bremen und Bremerhaven, die Briefe elektronisch über KV-Connect versenden, auch profitieren.

Zu diesem Zweck ist eine neue regionale Gebührenordnungsposition (GOP) 99600 eingeführt worden, die unquotiert ausbezahlt wird. Mit 1,00 Euro ist die GOP höher dotiert als die Pauschale für einen Standardbrief im EBM, so die KV.

Der elektronische Versand ersetzt den Postversand. Deshalb kann die GOP 99600 am Behandlungstag natürlich nicht neben den klassischen Versandpauschalen des Kapitels 40.4 EBM abgerechnet werden.

Mit der Förderung reagiert die KV Bremen auf die seit Januar eingeführte Förderung des E-Arztbriefes im EBM, die es nur gibt, wenn der Brief auch elektronisch mit dem eHBA signiert wird. Weil der Heilberufeausweis noch nicht flächendeckend verteilt ist, will die KVHB einen neuen Anreiz setzen.

Die Förderung ist Bestandteil des Honorarvertrags für 2017 und zunächst begrenzt bis zum 31. Dezember. Nach Auskunft der KVHB verschicken in Bremen etwa 120 bis 150 Praxen regelmäßig E-Arztbriefe. Zusammen mit den Psychotherapeuten gibt es in Bremen rund 1300 Praxen. (cben)

[18.04.2017, 13:55:55]
Thomas Georg Schätzler 
Haste mal 'nen Euro?
Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) behauptet treuherzig, "eine neue regionale Gebührenordnungsposition (GOP) 99600 [sei] eingeführt worden ... Mit 1,00 Euro [sei] die GOP höher dotiert als die Pauschale für einen Standardbrief im EBM".

Die KVHB verschweigt damit zugleich, dass die "Kostenpauschale für die Versendung bzw. den Transport von Briefen und/oder schriftlichen Unterlagen bis 20 g (z. B. im Postdienst Standardbrief) oder für die Übermittlung eines Telefax" seit Jahren lt. Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) nur "Gesamt (Euro) 0,55" erbringt und u n t e r f i n a n z i e r t ist.
http://www.kbv.de/tools/ebm/html/40120_2902434268447576129536.html

Der Standard-Brief kostet nach mehreren Gebührenerhöhungen von 55 Cent auf 60 Cent und auf 62 Cent) jetzt allerdings 0,70 €. Und eine Erhöhung auf 80 Cent wird derzeit gerade diskutiert.
https://www.deutschepost.de/de/b/briefe-in-deutschland.html
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/von-70-cent-auf-80-cent-post-will-porto-wieder-erhoehen/13969572.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund



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