Ärzte Zeitung online, 16.06.2017
 

GOÄ-Novelle

Niedrigeres Laborhonorar, mehr Menge?

MÜNCHEN. Für niedergelassene Ärzte, die Mitglied einer Laborgemeinschaft sind, ist im Rahmen der GOÄ-Reform ein signifikanter Einbruch der Erträge aus Laborleistungen zu erwarten. Davor warnt die Strategieberatung PwC Strategy& in einer Marktprognose.

Für die Wirtschaftlichkeit vieler Arztpraxen seien diese Erträge von nicht zu unterschätzender Bedeutung. "Hinsichtlich der allgemeinen Problematik in Bezug auf die hausärztliche Versorgung in strukturschwachen Gebieten besteht daher das Risiko, dass sich ein Vergütungsrückgang von MII-Leistungen negativ auf die Niederlassungssituation auswirkt", heißt es in der Studie.

Versuche zur Kompensation der entgangenen Umsätze könnten zu einer vermehrten Durchführung von Laborleistungen im Praxislabor führen. Zudem könnte es zu einer nicht medizinisch begründeten Mengenausweitung kommen. Auch bei den Laboreigenerbringern bestehe die Gefahr, dass es möglicherweise zu einer Mengenausweitung als Kompensation für geringere Umsätze komme, so das PwC-Fazit.

Wie Dr. Norbert A. Franz, Vorsitzender des Privatärztlichen Bundesverbandes, vor Kurzem in Frankfurt zum Stand der GOÄ-Novelle sagte, werden technische Leistungen und Labor in der neuen Gebührenordnung für Ärzte wahrscheinlich kräftig abgewertet werden. (maw)

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Diagnostik: Triebfeder für die medizinische Versorgung

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