Ärzte Zeitung online, 28.06.2017
 

Honorar

8,3 Millionen Euro im Norden zusätzlich

BAD SEGEBERG. Für die schleswig-holsteinischen Vertragsärzte steigt die Gesamtvergütung 2017 deutlich stärker als im Bund. Zu den auf Bundesebene ausgehandelten 17,3 Millionen Euro kommen noch einmal 8,3 Millionen Euro aus regionalen Forderungen hinzu. Damit steigt die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung (MGV) unter dem Strich in Schleswig-Holstein um rund drei Prozent.

Dies berichtete Schleswig-Holsteins KV-Vorstandsmitglied Dr. Ralph Ennenbach auf der jüngsten KV-Abgeordnetenversammlung. Die regional ausgehandelten Mittel seien ausnahmslos zweckgebunden: 2,5 Millionen Euro entfallen auf die Anhebung der Punktzahlvolumina von Haus- und Fachärzten, 2,1 Millionen Euro auf die Geriatrie, 1,5 Millionen Euro fließen in die rheumatische Versorgung, eine Million Euro in den Notdienst, eine halbe Million in den Strukturfonds ländlicher Raum, 400.000 Euro in die spezielle Schmerztherapie und 300.000 in die fachärztliche Grundversorgung.

Ennenbach sieht mit dieser Anhebung den Anschluss an andere KVen mühsam wieder erreicht. Weitere "Sprünge" im Honorar sieht er bei den aktuellen Bedingungen für die Weiterentwicklung der MGV nicht. Erfreulich für die Praxen im Norden: Der Restpunktwert für das erste Quartal 2017 fällt höher aus als erwartet – nämlich für Hausärzte 4,25 Cent und für Fachärzte 3,6 Cent.

Grund ist ein Anstieg der Versichertenanzahl um 1,4 Prozent ohne äquivalente Steigerung der Leistungsmenge. Dazu haben auch die Flüchtlinge beigetragen, die statusunabhängig nach 15 Monaten zu GKV-Versicherten werden und damit die von den Kassen an die KV zu zahlende Gesamtvergütung erhöhen. Die Leistungsabforderung durch die Gesamtheit der Flüchtlinge liegt aber – vor allem altersbedingt – unter dem GKV-Durchschnitt. (di)

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