Ärzte Zeitung online, 30.06.2017
 

Abrechnungs-Tipp

Bei Parallelimpfung lieber die Beratung ansetzen!

Reiseimpfungen sind keine Leistungen der GKV, sondern immer als Individuelle Gesundheitsleistung einzustufen und nach GOÄ abzurechnen. Auch wenn einige gesetzliche Kassen die Impfkosten ganz oder teilweise übernehmen, bekommen Patienten eine Privatrechnung ausgestellt. Diese hat sich zwingend nach den Regeln der GOÄ zu richten.

Zu einer Impfung gehört neben der eigentlichen Impfleistung auch die körperliche Untersuchung zum Ausschluss einer die Impfung kontraindizierenden Erkrankung. Die Abrechnung von Impfleistungen im Rahmen der Reiseimpfprophylaxe besteht damit aus der Beratung nach GO-Nr. 1, der Organuntersuchung (Thorax + HNO) nach GO-Nr. 7 und der Impfleistung nach GO-Nr. 375. Entscheidend ist der Unterschied zum EBM, dass die Impfleistung nach GO-Nr. 375 die Impfberatung nicht enthält. Daher ist privat die Beratung berechenbar.

Ist im Rahmen der Reiseimpfung eine Zweitimpfung indiziert, ist der Ausschluss der Gesprächsleistung nach GO-Nr. 1 neben der GO-Nr. 377 für die Zusatzinjektion bei Parallelimpfung zu beachten. In diesem Fall wäre auf die Berechnung der mit 50 Punkten bewerteten Zusatzinjektion zugunsten der mit 80 Punkten bewerteten Beratung nach GO-Nr. 1 zu verzichten. Optional kann wegen des erhöhten Aufwandes der Faktor der GO-Nr. 375 gesteigert werden. (pes)

Weitere Beiträge zur Serie:
"Sommerakademie - Gewusst wie"

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Rheuma

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Schlaganfall und Thrombosen

Schmerzen

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Urologie

COPD

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