Ärzte Zeitung online, 05.07.2017
 

Kinesio-Taping

Abrechnungs-Tipp

Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule haben schon den Charakter einer Volkskrankheit. Zur Therapie bei muskulo-skelettalen Ursachen dieser Schmerzen wird auch das Kinesio-Taping angewandt. Dies zählt als Individuelle Gesundheitsleistung und ist nach GOÄ abzurechnen. Dabei sollten Sie den erforderlichen Behandlungsvertrag nicht vergessen! Die GOÄ beinhaltet mit den Gebühren nach GO-Nr. 206 (Tape-Verband kleines Gelenk, 2,3fach 9,38 Euro) oder GO-Nr. 207 GOÄ (Tape-Verband großes Gelenk, 2,3fach 13,41 Euro) zwei Abrechnungspositionen für den Tapeverband. Unter Tapeverband kann man auch das Kinesiotaping verstehen, sodass hierfür die GOP 206 bzw. 207 verwendet werden können.

Zu beachten ist, dass in beiden Fällen der Verband eines Gelenkes gefordert ist. Beim Kinesio-Taping gibt es jedoch durchaus die weitaus häufiger genutzte Möglichkeit, dass gar kein Gelenk eingeschlossen ist. Sehr oft wird das Taping nur an der Muskulatur durchgeführt und entsprechend angelegt. In diesem Fall sind die Voraussetzungen gegeben, den Paragrafen 6 GOÄ anzuwenden. Damit werden die beiden Leistungspositionen entsprechend analog abgerechnet. Hilfreich sind neben der Chirotherapie auch krankengymnastische Behandlungen. Dafür steht im EBM die GOP 30420 zur Verfügung. Beachten Sie hier allerdings den fakultativen Leistungsinhalt! Darin ist die Durchführung im Bewegungsbad aufgeführt. Auch wenn Sie die Behandlung im Bewegungsbad nie durchführen, müssen Sie dennoch ein solches vorhalten, um abzurechnen. Das ergibt sich aus den Allgemeinen Bestimmungen 4.3.2 des EBM. Nach denen muss der abrechnende Arzt in der Lage sein, alle fakultativen Leistungsinhalte einer GOP erbringen zu können. (pes)

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