Ärzte Zeitung online, 07.07.2017
 

Abrechnungs-Tipp

Dokumentation des Beinumfangs ist wichtig

Hauptindikationen zum Einsatz der Kompressionstherapie sind die fortgeschrittene Varikose, die Varikose in der Schwangerschaft, das Ulcus cruris venosum und das Lymphödem. Weiterhin ist die Kompressionstherapie nach Sklerosierungstherapie der Varikose, nach endoluminaler und auch operativer Therapie der Varikose anzuwenden. Für die Abrechnung stehen im EBM gleich drei Gebührenordnungspositionen (GOP) zur Verfügung: GOP 02350, 02312 und 02313. Leistungsinhalt und Ausschlussregelungen dieser drei GOP schränken deren Abrechnung im Rahmen der Kompressionstherapie jedoch ein.

Die GOP 02312 ist auf die Behandlung eines oder mehrerer chronisch venöser Ulcera cruris beschränkt und beinhaltet den entstauenden phlebologischen Funktionsverband. Die alleinige Diagnose "Thrombose" schließt die Berechnung dieser GOP aus. Die Berechnung der GOP 02350 ist nur für den fixierenden Verband mit Einschluss mindestens eines großen Gelenkes unter Verwendung unelastischer, individuell anmodellierbarer, nicht weiter verwendbarer Materialien möglich. Somit bleibt die GOP 02313 als Kompressionstherapie bei der chronisch venösen Insuffizienz, beim postthrombotischen Syndrom, bei oberflächlichen und tiefen Beinvenenthrombosen und/oder beim Lymphödem berechnungsfähig. Beachten Sie jedoch, dass die Dokumentation des Beinumfangs an mindestens drei Messpunkten zu Beginn der Behandlung und danach alle vier Wochen gefordert ist. (pes)

[07.07.2017, 22:32:00]
Ullrich Katz 
Mehr Kostenbewusstsein bitte und nicht so aberwitzige Forderungen bei kompressionsverbände
Kompressionsverbände lassen sich 10-20 mal mit dem gleichen Verbandsmaterial anlegen. Somit kostet der einzelnen Verband maximal 4,50 € an Materialkosten. Und nicht das 10-20 fache,
Warum darf man nur "nicht weiter verwendbar Materialien“ benutzen? Unnötige Kosten!
Warum reicht die alleinige Diagnose" Thrombose" zur Berechnung dieser GOP nicht aus?
Vergessen Sie nicht die Anwendung des Kompressionsverbandes beim schmerzhaften Lipödem.
Die ausgeprägte Dermatolipofasciosklerose ist eine weitere Indikation bei der der Kompressionsverband relativ lange angelegt werden muss, um ein weicher werden des Gewebes zu erreichen.

Ullrich Katz
Ehemaliger Chefarzt
Klinik am Ruhrpark Bochum
Fachklinik für Venenerkrankungen Wund-und Thrombose Klinik

Leitender Arzt des Wundzentrum der AOK NORDOST Berlin Müllerstraße 143
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