Ärzte Zeitung online, 16.08.2017
 

AOK Niedersachsen

Rheumatologie: Anreize für ein Vergütungsplus

AOK und KV vereinbaren einen Vertrag, der auf die Ausschöpfung der Basistherapeutika zielt.

HANNOVER. Internisten und Rheumatologen in Niedersachsen können für die Behandlung ihre Rheuma-Patienten, die bei der AOK versichert sind, seit dem 1. Juli für ein Jahr höheres Honorar erhalten.

Die AOK und die KV in Niedersachsen haben vereinbart, die Basistherapie vor allem mit Hilfe von Immunsuppressiva höher zu vergüten, um an den hochpreisigen Biologika zu sparen.

Biologika sollen laut Vertrag nur noch dann eingesetzt werden, wenn andere Wirkstoffgruppen – einschließlich einer Kombinationsbehandlung mit Basistherapeutika – nicht zum Erfolg geführt haben. Der Vertrag sieht vor, die Medikation eingeschriebener Patienten zu prüfen und die Basismedikation auszuschöpfen. "Für den damit verbundenen erhöhten Diagnose- und Kontrollaufwand bietet der Vertrag gesonderte Vergütungen", hieß es.

"Eine Behandlung mit den hochpreisigen Biologika und Biosimiliars kann – bei entsprechend schweren Verläufen – durchaus eine sinnvolle und wirtschaftliche Alternative darstellen", sagt Dr. Ulrich von Hinüber, Vize-Vorsitzender des Landesverbands Niedersachsen im Berufsverband Deutscher Rheumatologen. "Wir wissen aber auch, dass durch eine engmaschige Betreuung und ein Ausreizen der klassischen Basistherapien – etwa durch die Kombinationsbehandlung – in vielen Fällen ein Einsatz von Biologika vermieden werden kann."

Nach Angaben der AOK sind potenziell 10.824 Patienten im Land betroffen. Teilnahme- und abrechnungsberechtigt sind Internisten und Rheumatologen sowie fachärztliche Internisten mit Schwerpunktbezeichnung Rheumatologie.

Im ersten Quartal erhält der teilnehmende Arzt 80 Euro, im zweiten Quartal 50 Euro, im drittten und vierten Quartal je 20 Euro. Die Förderung ist begrenzt auf 40 Patienten pro Praxis und die Dauer eines Jahres. In Niedersachsen gibt es 67 Rheumatologiepraxen. (cben)

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