Ärzte Zeitung online, 12.09.2017
 

Kommentar

GOÄ auf leisen Sohlen

Von Wolfgang van den Bergh

Die Ärzte haben die GOÄ längst nicht abgeschrieben, nur weil es um deren Novellierung ruhig geworden ist. Im Gegenteil: Sie setzen darauf, dass eine neue Bundesregierung Tempo macht. Daher sind die Forderungen des BDI beim Internistentag, pünktlich zu den Koalitionsverhandlungen ein Konzept vorzulegen, mehr als berechtigt.

Bereits vor Wochen hatte Medi-Chef Werner Baumgärtner es als "strategisch wichtig" bezeichnet, noch in diesem Jahr einen eigenen GOÄ-Entwurf vorzulegen. Damit könne vermieden werden, schon bei der Erarbeitung "falsche Kompromisse" einzugehen, hatte Baumgärtner gesagt.

Wenn jetzt schon Gespräche mit der PKV und der Beihilfe zu den Inhalten und über die Bewertung der neuen Leistungen geführt werden, dann ist das ein gutes Zeichen. Der Theaterdonner vergangenen Monate scheint verhallt.

Zudem hat sich wohl auch die Zuversicht durchgesetzt, dass eine neue Bundesregierung am dualen Versicherungssystem festhalten wird, wenngleich KBV und Ärzte-Allianz gestern davor gewarnt haben, das System von den Beinen auf den Kopf zu stellen. Im politischen Berlin denkt keiner offen über einen radikalen Systemswechsel nach. Zu groß sind die Risiken und Nebenwirkungen, einen (noch) gut funktionierenden Motor abzuwürgen.

Lesen Sie dazu auch:
Internistentag: "GOÄneu" ist auf gutem Weg

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