Ärzte Zeitung online, 20.09.2017
 

Honorarvereinbarung für 2018

KBV stellt Systemfrage

Kommentar von Wolfgang van den Bergh

Der Frust sitzt tief – zu Recht! Mit 525,6 Millionen Euro mehr Honorar können Vertragsärzte und Psychotherapeuten im nächsten Jahr rechnen. Richtig: Die Zahl unterscheidet sich von der Milliardensumme, die seit Dienstag über die Medien verbreitet wird.

Fakt ist: Die zusätzlichen Millionen Euro fließen nur für Leistungen, die dann auch von den Ärzten zusätzlich erbracht werden. Und damit ist klar, dass die Erwartungen bei weitem nicht erfüllt worden sind, woran auch KBV-Chef Dr. Andreas Gassen keinen Zweifel lässt.

Noch vor Wochen hatte sich die KBV-Spitze verhalten optimistisch gezeigt, dass die Kassen aufgrund ihrer hohen Rücklagen – immerhin über 17 Milliarden Euro – zu Zugeständnissen bereit seien. Von wegen: Am Ende haben sie knallhart verhandelt und ohne mit der Wimper zu zucken, eine Null-Runde "angeboten". Begründet wird dies mit angeblichen Wirtschaftlichkeitsreserven, wo immer diese auch liegen mögen. Der Unparteiische hat sich dann beim Orientierungswert für die goldene Mitte entschieden, toll!

Die Strukturen gehören auf den Prüfstand. Einen ersten Schritt hat die KBV mit ihrer Forderungen nach einzelnen Verhandlungen mit Kassen gemacht. Das dürfte dem nicht unumstrittenen GKV-Spitzenverband sicherlich nicht schmecken.

Lesen Sie dazu auch:
Gassen zur Honorarentscheidung: "Die Haltung der Kassen ist irrational"

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