Ärzte Zeitung online, 22.09.2017
 

Laborreform

Laborärzte appellieren an die KBV

BERLIN. Nachdem der GKV-Spitzenverband Mitte Juli die überfällige Laborreform ausgebremst hat, sieht der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) wieder eine Chance, eigenen Vorstellungen Gehör zu verschaffen. Man müsse "zu einer realistischen und länger tragfähigen Regelung in der Laborvergütung zu kommen", erklärte der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski anlässlich der Herbsttagung seines Verbandes am Donnerstag in Berlin.

Bobrowski bekräftigte die bereits früher erhobene Forderung, den Wirtschaftlichkeitsbonus durch ein Honorar für gute Probenqualität zu ersetzen ("Präanalytik-Pauschale"). Außerdem sollten sämtliche überwiesenen Laborleistungen von den Kassen künftig extrabudgetär vergütet werden.

Damit ließe sich auch der seit Jahren schwelende Streit zwischen Haus- und Fachärzten beenden, aus wessen Budget wie viel für Laborleistungen abfließen soll. Bobrowski: "Dies wäre eine echte und nachhaltige Laborreform".

Kritik am bisherigen Reformprozess adressiert der Verbandsvorsitzende vor allem an die Ärzteseite. Der KBV-Vertreterversammlung fehle bislang der "Mut zu einer echten Reform, die der Qualitätsverbesserung und Erhaltung der labormedizinischen Versorgung in der Fläche dient". Stattdessen setze die KBV auf "kostendämpfender Maßnahmen, die sich schon in der Vergangenheit als untauglicherwiesen haben".

In diesem Zusammenhang bemängelte Bobrowski auch fehlende Anreize für den Nachwuchs, den Weg des Laborfacharztes einzuschlagen. Einesteils blieben Laborärzte mit der Vergütung ihrer eigentlichen Untersuchungstätigkeit "weit unterhalb des von der KBV definierten kalkulatorischen Arztlohnes".

Anderenteils hinke die laborärztliche Bedarfsplanung der tatsächlichen Leistungsanforderung weit hinterher. (cw)

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