Ärzte Zeitung online, 02.02.2009

Gericht: Dresdner Bank muss Anleger Schaden ersetzen

Hamburg (dpa). Die Dresdner Bank muss nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg einem Privatkunden mehr als 12 000 Euro Schadenersatz zahlen. Die Bank hatte dem Kunden ein Zertifikat verkauft, das in sieben Monaten fast 40 Prozent an Wert verloren hat.

Nach dem am Montag vom Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen (IFF) veröffentlichten Urteil hatte die Bank dem Anleger 2007 ein eigenes "Alpha-Zertifikat" verkauft, das nach Einschätzung des Gerichts ein "reines Spekulationspapier mit Wettcharakter" war.

Dabei wird darauf gewettet, welcher von zwei Kursen, in der Regel Börsenindizes, sich besser entwickelt. Bei einem günstigen Verlauf kann der Anleger 16 Prozent Rendite erreichen, im ungünstigen Fall droht der Totalverlust. In dem verhandelten Fall hatte der Bankkunde auf Anraten des Instituts im Mai 2007 knapp 35 000 Euro in das "Alpha- Zertifikat" investiert und nach kontinuierlichen Verlusten im Dezember für rund 22 000 Euro wieder verkauft. Der Anleger, ein Algerier im Rentenalter, habe das Produkt nicht verstehen können und müsse seine Verluste ersetzt bekommen urteilte das Gericht bereits im Dezember.

Die Dresdner Bank wies darauf hin, dass sie Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt habe, das noch nicht rechtskräftig sei. Das Institut gebe der Berufung eine gute Chance auf Erfolg.

Az.: 318 O 04/08

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