Ärzte Zeitung online, 30.09.2009
 

In der Krise wandern weniger Deutsche aus

MAGDEBURG (dpa). Wegen der weltweiten Finanzkrise wandern 2009 nach Expertenangaben vermutlich erstmals seit Jahren weniger Deutsche ins Ausland aus. Es sei schwieriger geworden, Arbeitsplätze im Ausland zu finden, sagte die Geschäftsführerin des Raphaels-Werkes, Gabriele Mertens, am Dienstag in Magdeburg.

Der Caritas-Fachverband für Auswanderungswillige tagt dort bis Mittwoch gemeinsam mit Vertretern von Auswanderungs-Beratungsstellen der Diakonie und des Deutschen Roten Kreuzes. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Auswanderer noch stetig gestiegen. 2008 kehrten laut Bundesamt für Statistik knapp 175 000 Menschen Deutschland den Rücken - 13 000 mehr als 2007.

Die Beratungsstellen würden auch vermehrt Anfragen von Rückkehrern aus dem Ausland verzeichnen, diese hielten sich jedoch noch in Grenzen. "Fakt ist: Mehr Deutsche verlassen das Land als dass sie zurückkehren", sagte Mertens. Eine starke Abwanderung gebe es aus dem Rhein-Main-Gebiet, dem Ruhrgebiet, aus Baden-Württemberg und München. In Ostdeutschland sei die Mobilität geringer. "Die Wanderung aus den neuen Ländern geht erst in die alten und dann in einem zweiten Schritt eventuell ins Ausland", sagte Mertens.

Bis zu 90 Prozent aller Auswanderer seien im Ausland auf der Suche nach Job-Alternativen. Beliebte Ziele seien der deutschsprachige Raum sowie die USA, Kanada und Australien. Der typische Auswanderer ist nach Angaben Mertens zwischen 25 und 40 Jahre alt, gut qualifiziert, hat keine Familie oder steht am Anfang einer Familiengründung.

Lesen Sie dazu auch:
Die Abwanderung von Ärzten kostet den deutschen Staat Milliarden

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »