Ärzte Zeitung online, 22.12.2010

Saudis investieren 2011 rund 14 Milliarden Euro in Gesundheitssektor

RIAD (dpa/maw). Das islamische Königreich Saudi-Arabien hat für das kommende Jahr einen Rekordhaushalt in Höhe von 580 Milliarden Rial (117 Milliarden Euro) verabschiedet. Allein für den Sektor Gesundheit und soziale Entwicklung will der saudische Staat 2011 insgesamt 68,7 Milliarden Rial (rund 13,9 Milliarden Euro) ausgeben. Das ist eine Steigerung um zwölf Prozent im Vergleich zu 2010.

In diesem Jahr haben die Saudis, die den überwiegenden Teil ihrer Deviseneinnahmen aus dem Öl-Export beziehen, zwar sogar 626,5 Milliarden Rial ausgegeben. Doch veranschlagt worden waren für 2010 nur 540 Milliarden Rial. In dem Königreich ist es nicht unüblich, dass das Budget überzogen wird. Auch für das kommende Jahr schließen Beobachter dies nicht aus.

Die Mehrausgaben haben für die rund 25 Millionen Saudis (davon knapp sieben Millionen Ausländer in diesem Jahr keine direkten negativen Folgen. Da sich die Einnahmen positiv entwickelten, schließt das Land mit den größten Erdöl-Reserven der Welt das Jahr 2010 mit einem Haushaltsüberschuss von 108,5 Milliarden Rial ab.

Alle wichtigen Budget-Entscheidungen treffen in Saudi-Arabien König Abdullah und seine Familie. Der betagte König, der im November in New York an der Bandscheibe operiert worden war, verließ am Dienstagabend das Krankenhaus. Der Hof in Riad meldete am Mittwoch, der Monarch werde sich vor seiner Rückkehr nach Saudi-Arabien noch eine Weile in den USA erholen.

Saudi-Arabien ist in der Region nicht das einzige Land, das kräftig in den Healthcare-Sektor investiert. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate - allen voran Abu Dhabi und Dubai - stecken viel Geld in den Gesundheitssektor. Ein großes Augenmerk gilt dort allerdings im Gegensatz zu Saudi-Arabien dem Aufbau eines attraktiven Angebots für Medizintouristen aus aller Welt (wir berichteten).

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